Die Gründer von Hive Robotics: CTO Burak Yüksel und CEO Sebastian Mores (v. l. n. r.)
Foto: Hive Robotics

Hive Robotics: Schwarmintelligenz für autonome Systeme

Hive Robotics entwickelt Hard- und Softwaremodule, die unbemannte Systeme in Luft, Boden und Wasser zu intelligenten Schwärmen verbinden. Statt zentraler Steuerung setzt das Startup auf dezentrale KI, die Sensoren teilt und so Kosten spart. Burak Yüksel, CTO und Co-Founder, erklärt, was dahintersteckt.

Munich Startup: Was macht Euer Startup? Welches Problem löst Ihr?

Burak Yüksel, CTO und Co-Founder: In einfachen Worten: Hive Robotics bietet Schwarmintelligenz für autonome, unbemannte Systeme in der Luft, am Boden und auf See. Wir entwickeln dafür industrietaugliche Hard- und Softwaremodule für sichere Kommunikation, robotisches Wahrnehmen und Drohnensteuerung. Darauf aufbauend setzen wir eine KI-gestützte Softwareebene ein, die zwischen den unbemannten Systemen verteilt ist und innerhalb des Schwarms zusammenarbeitet – mit dem Ziel einer dezentralen Schwarmintelligenz.

Munich Startup: Aber das gibt’s doch schon längst!

Burak Yüksel: Nicht wirklich. Heute wird jedes unbemannte System als einzelne Einheit entwickelt. Jedes ist mit teuren Sensoren ausgestattet und an eine zentrale Station angebunden, die ihre Bewegungen steuert. Was wir hingegen anstreben, ist, dass die Sensoren einer Drohne auch einer anderen helfen – ganz ohne menschliche Unterstützung. Und das realisieren wir auf dezentrale Weise.

Gründung als organischer Schritt

Munich Startup: Was ist Eure Gründungsstory?

Burak Yüksel: Wir Gründer kennen uns seit vielen Jahren – sowohl als Freunde als auch als Kollegen. Unsere Zusammenarbeit hat sich im Drohnen-Startup-Umfeld gefestigt, wo wir umfangreiche technische und managementbezogene Erfahrung in den Bereichen unbemannte Systeme, Flugsteuerung, sichere Kommunikation und Betrieb gesammelt haben. Die Gründung von Hive Robotics war für uns daher ein sehr organischer Schritt: Sie ergab sich ganz natürlich – nach zahlreichen Iterationen und Diskussionen unter Berücksichtigung der Marktnachfrage.

Munich Startup: Was waren bisher Eure größten Herausforderungen?

Burak Yüksel: Hive Robotics ist ein Startup, das sehr nah am Markt agiert. Das bedeutet: Es hat eine große Vision für die Zukunft, verfolgt aber gleichzeitig einen realistischen und dynamischen Ansatz für den Markteintritt. Die ersten Monate waren in dieser Hinsicht recht dynamisch und herausfordernd, doch wir meistern diese Phase sehr erfolgreich.

Hive Robotics hat weltweite Marktführerschaft im Blick

Munich Startup: Wo möchtet Ihr in einem Jahr stehen, wo in fünf Jahren?

Burak Yüksel: In einem Jahr: Produktion und Verkauf der ersten Produkte an Kunden sowie die Generierung wiederkehrender Umsätze in Europa. In fünf Jahren wollen wir der zentrale Hard- und Softwareanbieter für Schwarmintelligenz weltweit sein.

Munich Startup: Wie habt Ihr den Startup-Standort München bisher erlebt?

Burak Yüksel: Wir verfügen hier in München über ein starkes Talentnetzwerk und konnten dank unserer persönlichen Kontakte zu hervorragenden Ingenieuren unser Kernteam schnell aufbauen. Auch unsere B2B-Beziehungen entwickeln sich zügig, begünstigt durch das Startup-Ökosystem in München.

Munich Startup: Risiko oder Sicherheit?

Burak Yüksel: Es gibt viele Risiken im Startup-Geschäft. Das größte Risiko sehen wir in der Lücke zwischen technischer Machbarkeit und Markttauglichkeit. Aus diesem Grund haben wir ein technisch sehr kompetentes Team aufgebaut und gezielt auf marktnahe Ziele ausgerichtet. Damit verfolgen wir die Absicht, Sicherheit für unser Unternehmen zu schaffen – durch die Generierung wiederkehrender Umsätze und den Aufbau starker IPs. Möglich wurde dies dank unserer Investoren.

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