Die Campervermietung Off der Camperboys GmbH entstand 2016 als Projekt zweier Studenten und entwickelte sich zu einem erfolgreichen Traveltech-Unternehmen. Acht Jahre später scheint damit Schluss zu sein: Das Unternehmen hat beim Amtsgericht München einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Der vorläufige Insolvenzverwalter ist der Baker-Tilly-Partner Rechtsanwalt Dr. Alexander Fridgen.
Das erklärte Ziel ist es, gemeinsam mit neuen InvestorInnen das Geschäft fortzuführen. In einer Presseaussendung ist bereits von ersten Verhandlungen die Rede. Die Gehaltszahlungen für die Mitarbeitenden sind bis Ende des laufenden Jahres gesichert. Betroffene KundInnen sollen so schnell wie möglich über die weiteren Schritte informiert werden.
Dr. Alexander Fridgen erklärt:
„Im Rahmen des vorläufigen Insolvenzverfahrens werden wir uns zunächst einmal ein Bild von der Situation der Camperboys GmbH machen und die erforderlichen konkreten Schritte einleiten. Trotz der schwierigen aktuellen Situation arbeiten wir gemeinsam intensiv daran, Wege zu finden, um den Geschäftsbetrieb langfristig fortzuführen und den Umbau des Unternehmens mit einem neuen Investor erfolgreich voranzutreiben.“
Off bzw. die Camperboys GmbH vermietet an zehn Standorten in Deutschland und verfügt dafür über eine Flotte von rund 1.200 Campingfahrzeugen. Die gesamte Dienstleistung, von der Vermietung bis hin zur Reiseplanung, erfolgt mittels eigens entwickelter Software. Bereits seit 2022 arbeitet das Unternehmen an einem Umbau des Geschäftsmodells aufgrund veränderter Marktgegebenheiten. Dabei geht es weg vom eigenen Fuhrpark hin zu einem Asset-Light-Modell mit Mietflotten externer Systempartner.
Gestiegene Einkaufspreise für Fahrzeuge, hohe Finanzierungskosten und sinkende Restwerte der Camper auf dem Gebrauchtwagenmarkt belasteten das Startup stark. Eine ausstehende Finanzierungsrunde mit externen Investoren als Überbrückungsfinanzierung scheiterte kürzlich und zwang die Camperboys in die Insolvenz.
Paul Pizzinini, Geschäftsführer und Gründer der Camperboys GmbH, betont:
„Wir bedauern sehr, dass wir den Schritt in die Insolvenz nun gehen mussten, sind aber weiterhin optimistisch, dass es uns gelingen kann durch strategische Partnerschaften und eine Umstrukturierung unser Geschäftsmodell zukunftsfähig zu machen. Unser Ziel ist es, die bewährte Camperboys-Qualität unseren Kundinnen und Kunden auch in Zukunft anbieten zu können, möglichst viele der von uns geschaffenen Arbeitsplätze langfristig zu erhalten und unsere Marktposition sukzessive weiter auszubauen.“
In einem Beitrag auf LinkedIn zeigt sich der Gründer kämpferisch und ruft zur Unterstützung aus der Community auf. Für mögliche InvestorInnen steht der vorläufige Insolvenzverwalter als Ansprechpartner bereit.