Munich Startup: Was hat dich zur Gründung motiviert?
Fabiola Munguia: Mich hat vor allem die eigene Erfahrung mit ineffizienten und stark manuellen Compliance-Prozessen motiviert. Es war offensichtlich, dass Unternehmen viel Zeit und Ressourcen in Aufgaben investieren, die sich deutlich besser automatisieren und strukturieren lassen. So eine Lösung gab es zu der Zeit weder in Deutschland noch in Europa. Daraus entstand der Anspruch, eine Lösung zu bauen, die Compliance einfacher, effizienter und skalierbar macht.
Munich Startup: Was hättest du gerne vor deiner ersten Gründung gewusst?
Fabiola Munguia: Wie lange es wirklich dauert, ein nachhaltiges Unternehmen aufzubauen. Viele Dinge lassen sich nicht beschleunigen, weder Produktentwicklung noch Vertrauen im Markt. Auch habe ich gelernt, dass man Kapital nicht zu vorsichtig einsetzen darf, sondern gezielt in starke Talents investieren sollte, um Wachstum zu ermöglichen.
Munich Startup: Wie ist dein Unternehmen bislang finanziert?
Fabiola Munguia: Secfix ist durch Venture Capital finanziert und hat insgesamt 17 Millionen Dollar eingesammelt, zuletzt in einer Series A über 12 Millionen Dollar unter der Führung von Alstin Capital, mit Beteiligung von Bayern Kapital und Neosfer, dem Frühphasen-Investor der Commerzbank Gruppe.
Gespräche als Inspirationsquelle
Munich Startup: Wann und wo bekommst du die besten Ideen?
Fabiola Munguia: Die besten Ideen entstehen eigentlich immer im Austausch mit unseren Kunden und meinem Team. Konkrete Probleme und wiederkehrende Muster aus Gesprächen liefern deutlich bessere Ansätze als isoliertes Nachdenken.
Munich Startup: Was sind deine 3 liebsten Arbeitstools?
Fabiola Munguia: Slack für schnelle interne Kommunikation, Gather für Virtual Office und Notion, um Informationen und Prozesse zentral zu organisieren.
Munich Startup: Dein Top-Tipp zum Thema “Pitchen”?
Fabiola Munguia: Fokussiere dich auf das Problem, nicht auf das Produkt. Wenn das Problem klar, relevant und dringlich ist, erklärt sich der Rest fast von selbst.
Secfix wurde 2021 von Fabiola Munguia, Grigory Emelianov und Branko Džakula gegründet.
Das Unternehmen startete als GRC-Automatisierungstool und unterstützt Firmen dabei, Zertifizierungen wie ISO 27001 effizienter zu erreichen. Heute ist Secfix eine KI-native End-to-End-Plattform für Security Compliance mit Kunden in 15 europäischen Ländern.
Munich Startup: Erscheint es dir gerade als eine gute Zeit, um zu gründen? Warum?
Fabiola Munguia: Ich denke, es gibt nie den perfekten Zeitpunkt, um zu gründen. Gleichzeitig war 2025 ein Rekordjahr für Startup-Neugründungen in Deutschland, sogar stärker als das bisherige Rekordjahr 2021. Märkte verändern sich durch neue Technologien und steigende regulatorische Anforderungen schneller als je zuvor. Das schafft reale Probleme und damit auch echte Chancen für neue Lösungen.
Munich Startup: Auf welche Technologie oder Branche würdest du bei deiner nächsten Gründung setzen?
Fabiola Munguia: Schwierig zu sagen, aber vermutlich im Climatetech-Bereich. Dort laufen noch viele Prozesse manuell, während der Bedarf an Software, Effizienz und Skalierbarkeit extrem hoch ist. Und natürlich wäre die Lösung von Anfang an ISO-27001-compliant.
Münchens Potenzial noch nicht voll ausgeschöpft
Munich Startup: Was könnte aus deiner Sicht am Gründungsstandort München noch verbessert werden?
Fabiola Munguia: München bietet ein starkes Netzwerk und viel Industrie-Nähe, ist aber im Vergleich zu Berlin oft weniger sichtbar und etwas zurückhaltender in der Gründungskultur. Mehr Offenheit für Risiko, schnellere Entscheidungswege und ein noch stärker vernetztes Startup-Ökosystem würden helfen, das volle Potenzial besser auszuschöpfen.
Munich Startup: Welche Gründerin oder welchen Gründer würdest du gerne einmal persönlich treffen? Und was würdest du sie oder ihn fragen?
Fabiola Munguia: Melanie Perkis, die Gründerin von Canva. Ich würde sie fragen, was die drei wichtigsten Learnings sind, die ihr geholfen haben, Canva von Series A zu Series B zu bringen.