Foto: RNATICS GmbH

Rnatics: Hoffnung bei Lungenfibrose

Rnatics entwickelt mit RCS-21 einen neuartigen inhalativen Wirkstoff gegen Lungenentzündungen und idiopathische Lungenfibrose. Das Startup wurde 2021 als Ausgründung der TUM von Stefan Engelhardt gemeinsam mit Thomas Frischmuth und Klaus Rabe gegründet. Nach vielversprechender Forschung und laufender klinischer Studie will das Team nun die nächsten Meilensteine erreichen und neue Therapieoptionen für PatientInnen schaffen. Die Details zu Gründung und Mission hat uns die klinische Leitung und promovierte Apothekerin Christina Beck erläutert.

Munich Startup: Für welches Problem bietet ihr eine Lösung?

Christina Beck, Projektleiterin klinische Entwicklung: Wir adressieren akute und chronische Lungenentzündungen, die langfristig in eine Lungenfibrose übergehen können. Unsere Zielindikation ist dabei insbesondere die chronische und exazerbierende idiopathische Lungenfibrose (IPF). Für diese Erkrankung stehen bislang nur begrenzt wirksame Therapieoptionen zur Verfügung, weshalb ein hoher medizinischer Bedarf besteht.

Munich Startup: Was könnt nur ihr Stand heute?

Christina Beck: Mit RCS-21 entwickeln wir einen neuartigen Wirkstoff, der inhalativ verabreicht wird und zelltypspezifisch wirkt. Es handelt sich um ein Oligonukleotid, das mithilfe unserer Trimannose-Technologie gezielt miR-21 in Makrophagen hemmt. Damit ist RCS-21 das erste Oligonukleotid, das speziell zur Behandlung von Lungenentzündungen und Lungenfibrose entwickelt wird.

Mehr als 15 Jahre Forschung vor der Gründung

Munich Startup: Was war der Auslöser für die Gründung?

Christina Beck:  Der Gründung ging eine über 15-jährige Forschung zu miR-21 unter der Leitung von Stefan Engelhardt voraus. Ausschlaggebend waren zudem erfolgreiche präklinische Ergebnisse mit RCS-21, die wir auch publizieren konnten. Darüber hinaus haben wir eine Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (heute: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt) im Rahmen des CoVmiR Grants erhalten sowie ein positives Votum vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bekommen.

Munich Startup: Gab es einen Moment, in dem ihr ans Aufgeben gedacht habt?

Christina Beck: Nein, tatsächlich nicht. Natürlich gibt es immer wieder Herausforderungen, aber wir sind von unserem Medikament überzeugt. Unser Ziel ist es, Menschen mit idiopathischer Lungenfibrose und verwandten Erkrankungen neue Hoffnung zu geben.

Munich Startup: Woran würdet ihr in einem Jahr erkennen, dass ihr auf dem richtigen Weg seid?

Christina Beck: Wir würden unseren Fortschritt vor allem an drei Meilensteinen messen: positiven Ergebnissen aus der aktuell laufenden Phase-I-Studie, einer erfolgreichen Series-A-Finanzierung sowie dem Start einer Phase-II-Studie.

Starkes Ökosystem & herausragende Universitäten

Munich Startup: Würdet ihr wieder in München gründen und warum?

Christina Beck: Ja, auf jeden Fall. München bietet ein sehr starkes Startup-Ökosystem, etwa mit dem IZB in Martinsried. Hinzu kommt die Nähe zu exzellenten Forschungseinrichtungen wie der LMU und der TUM, die enge Kooperationen ermöglichen. Außerdem profitieren wir von einer sehr guten Vernetzung und bestehenden Clusterinitiativen wie dem CNATM.

Munich Startup: Perfektion oder Geschwindigkeit?

Christina Beck: Für uns ist es eine Mischung aus beidem. In der klinischen Entwicklung ist eine hohe Präzision unerlässlich. Gleichzeitig spielt Geschwindigkeit im Wettbewerb eine wichtige Rolle, darauf achten vor allem auch InvestorInnen.

weiterlesen ↓