Foto: XO Life

XO Life sichert sich 4 Millionen Euro

XO Life wurde 2021 gegründet und entwickelt aus München heraus eine weltweit einzige Meta-Plattform. Diese soll PatientInnen von der Diagnose über den Therapiebeginn bis zur digitalen Begleitung im Behandlungsverlauf unterstützen. Nun sichert sich das Münchner Digital-Health-Startup neues Kapital.

Das Münchner Digital-Health-Startup XO Life hat eine neue Finanzierungsrunde über 4 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird diese von Fil Rouge Capital unter Beteiligung der Bestandsinvestoren Sandwater, Grazia Equity, Vi Partners und Bayern Kapital. Mit dem Kapital will das Unternehmen seine KI-gestützte Patienten-Pharma-Plattform „Brite“ weiter skalieren, Pharma-Onboarding automatisieren und die Expansion in Europa beschleunigen.

Bemerkenswert an XO Life ist weniger die reine Finanzierungsgröße als die Positionierung der Plattform: Im Gegensatz zu fragmentierten Einzellösungen bietet das Startup eine einheitliche Meta-Plattform, die über alle Medikamente, Therapien und Indikationen hinweg funktioniert. Genau dieser Ansatz ist im europäischen Digital-Health-Markt relevant, weil Pharma- und Medtech-Unternehmen ihre Patientenkommunikation zunehmend standardisiert, regulatorisch belastbar und über mehrere Märkte hinweg ausrollen wollen.

Fil Rouge Capital führt die Finanzierungsrunde

Die aktuelle Runde wird von Fil Rouge Capital angeführt, einem Investor mit Fokus auf Early-Stage-Finanzierungen von Pre-Seed bis Series A. Dass sich zugleich mehrere bestehende Investoren erneut beteiligen, ist für XO Life ein wichtiges Signal: Der Cap Table bleibt nicht nur international, sondern zeigt auch Rückhalt für den Schritt in die nächste Wachstumsphase in Richtung Series A.

Für den Markt ist das deshalb interessant, weil Folgeinvestitionen in Digital Health derzeit deutlich selektiver geworden sind als noch vor einigen Jahren. Wenn Bestandsinvestoren in einem solchen Umfeld erneut Kapital nachlegen, spricht das meist für belastbare Umsatzsignale, Produkt-Markt-Fit oder klare Vertriebsperspektiven im B2B-Geschäft.

„Diese Finanzierung ist ein Beweis für die starke Nachfrage nach einer einheitlichen, hochwertigen Patienten-Pharma-Plattform“,

sagte Dr. Friderike Bruchmann, CEO von XO Life und führt weiter aus:

„Wir arbeiten bereits mit mehr als 40 Pharmaunternehmen zusammen, darunter drei der zehn größten globalen Player. Diese Investition ermöglicht es uns, die Entwicklung unserer „Brite“-Plattform zu beschleunigen, KI in allen Funktionen zu nutzen und das Pharma-Onboarding über gesamte Portfolios hinweg zu automatisieren.“

„Brite“ als Infrastruktur für digitale Therapiebegleitung

Kern des Geschäftsmodells ist die Plattform „Brite“, die XO Life Anfang 2025 als Weiterentwicklung und Zusammenführung früherer Produktbausteine positioniert hat. Das Unternehmen beschreibt sie als globale Meta-Plattform für digitale Produkt- und Therapieunterstützung, über die Pharma- und Medtech-Anbieter patientenbezogene Informationen, Begleitung und Monitoring in einer gemeinsamen Infrastruktur bereitstellen können.

Der entscheidende Vorteil ist die Skalierbarkeit: XO Life entwickelt nicht für jedes Medikament eine eigene App, sondern eine zentrale Plattform, die für viele Therapien und Märkte gleichzeitig genutzt werden kann.

Für Pharmaunternehmen bedeutet das, dass sie digitale Angebote schneller und einfacher ausrollen können. Für PatientInnen hat es den Vorteil, dass sie nicht mehrere verschiedene Anwendungen nutzen müssen. Deshalb investiert XO Life das neue Kapital vor allem in KI-Funktionen und in Prozesse, die es Pharmafirmen erleichtern, schnell auf die Plattform zu kommen.

Nach 7 Millionen Euro im Jahr 2024 folgt die nächste Wachstumsfinanzierung

Die jetzige Runde ist nicht die erste größere Kapitalaufnahme des Unternehmens. Bereits im August 2024 hatte XO Life eine Finanzierung über 7 Millionen Euro erhalten. Damals beteiligten sich unter anderem Sandwater, Grazia Equity, Vi Partners und Bayern Kapital. Bereits 2022 hatte das Startup zudem mehr als 2 Millionen Euro eingesammelt.

Damit zeigt sich ein konsistenter Verlauf: erst der Aufbau der Plattform, dann die Internationalisierung und nun die nächste Finanzierungsstufe zur Skalierung des Modells in Europa. Für ein Münchner Healthtech ist das insofern relevant, als XO Life nicht auf ein klassisches D2C-Modell setzt, sondern an der Schnittstelle zwischen PatientInnen, medizinischem Fachpersonal und Pharmaindustrie arbeitet. Hier kommen Punkte wie lange Vertriebszyklen und hohe Anforderungen an Vertrauen, medizinische Qualität und Umsetzbarkeit zusammen.

Was die Runde für den Digital-Health-Standort München bedeutet

Für München ist die Runde ein weiteres Signal, dass sich auch im schwieriger gewordenen Finanzierungsumfeld B2B-orientierte Digital-Health-Modelle mit klarer industrieller Anbindung Kapital sichern können. XO Life macht dabei nicht nur auf Patient Experience aufmerksam, sondern auch auf ein Infrastrukturproblem im Gesundheitsmarkt. Einzellösungen für jedes Produkt können nicht die Antwort sein. Vielmehr braucht es eine digitale Skalierung von validierten Informationen, Interaktionen und Therapiebegleitungen.

weiterlesen ↓