Während viele Quantencomputer-Ansätze auf nachgelagerte Fehlerkorrektur setzen, verfolgt Peak Quantum einen anderen Weg: Fehlerresistenz wird direkt in die physikalische Architektur der Qubits integriert. Dieser hardwarebasierte Ansatz soll die Komplexität deutlich reduzieren und den Weg zu industriell nutzbaren Quantencomputern verkürzen.
Das 2024 gegründete Unternehmen ist ein Spin-off des Walther-Meißner-Instituts (WMI) in Garching, einer der führenden Forschungseinrichtungen für supraleitende Quantenchips in Europa. Gleichzeitig ist Peak Quantum Teil des Munich Quantum Valley und wird von UnternehmerTUM unterstützt – zwei zentrale Bausteine des Münchner Deeptech-Ökosystems.
2,2 Millionen Euro Pre-Seed – InvestorInnen setzen auf europäische Quantenhardware
Die aktuelle Finanzierungsrunde wird von Cloudberry Ventures (UK) angeführt. Weitere Investoren sind United Founders, QAI Ventures, Golden Egg Check sowie mehrere Business Angels mit Industriehintergrund. Mahir Sahin, General Partner bei Cloudberry Ventures, sagt:
„Europa hat eine echte Chance, bei der Entwicklung von Quantenhardware an der Spitze zu stehen. Peak Quantum leistet dabei einen entscheidenden Beitrag. Das Unternehmen entwickelt nicht nur Chips. Es baut die Infrastruktur für ein umfassendes europäisches Ökosystem für Quantencomputer.“
Damit steigt die Gesamtfinanzierung des Unternehmens auf mehr als fünf Millionen Euro an. Ein Teil der Gesamtfinanzierung stammt zudem aus öffentlichen Fördermitteln, unter anderem im Rahmen des EU Chips Act. Die Kombination aus Venture Capital und staatlicher Förderung unterstreicht die strategische Bedeutung der Quantenhardware für Europa.
SUPREME-Pilotlinie: Infrastruktur für Quantenchip-Fertigung in Europa
Ein zentraler Baustein der Strategie ist der Aufbau der europäischen Pilotfertigung „SUPREME“, deren Start für April 2026 geplant ist. Peak Quantum wurde ausgewählt, diese Pilotlinie zu betreiben. Peak Quantum COO Thomas Luschmann ergänzt:
„Wenn Europa im Quantencomputing eine führende Rolle spielen will, muss es die Hardware selbst entwickeln und produzieren. Mit der Pilotlinie tragen wir dazu bei, dass diese Schlüsseltechnologie in Europa entsteht.“
Ziel ist es, eine skalierbare Infrastruktur für Entwicklung und Produktion von Quantenchips aufzubauen, die perspektivisch auch externen Partnern offensteht. Damit positioniert sich das Startup nicht nur als Chipentwickler, sondern als Infrastruktur-Anbieter für ein europäisches Quanten-Ökosystem.
Fokus auf robuste statt zahlreiche Qubits
CEO Leon Koch ordnet den technologischen Ansatz klar ein:
„Die Quantencomputer-Branche hat sich zu lange darauf konzentriert, die Anzahl der Qubits zu skalieren. Doch mehr Qubits helfen nicht, wenn jedes Einzelne unzuverlässig ist. Mit der aktuellen Finanzierung beschleunigen wir unsere technologische Entwicklung und legen die Grundlage für eine industrielle Fertigung. Unser Fokus liegt auf der Weiterentwicklung unserer Chipdesigns und auf ersten Pilotprojekten mit Partnern aus Industrie und Forschung.“
Alexander Schult, Co-Founder & Managing Director von Peak Quantum beschreibt die Finanzierung so:
Quantencomputing wird zu einer strategischen Schlüsseltechnologie für wirtschaftliche Stärke und Handlungsfähigkeit. Technologische Souveränität entsteht nicht durch Nutzung, sondern durch Entwicklung, Produktion und Kontrolle der eigenen Kerntechnologien. Europa muss hier den Anspruch haben, industrielle Kompetenz aufzubauen – nicht nur Forschung zu betreiben. Mit Peak Quantum schaffen wir die Grundlage für skalierbare Quantenhardware in Europa und arbeiten daran, aus wissenschaftlicher Exzellenz strategische Infrastruktur zu machen. Diese Finanzierung ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg.
Vorteile des Ansatzes im Überblick:
- Reduzierte Systemkomplexität durch integrierten Fehlerschutz
- Bessere Skalierbarkeit von Quantenprozessoren
- Schnellere industrielle Anwendbarkeit
- Potenziell geringere Betriebskosten
Bedeutung für das Münchner und europäische Ökosystem
Mit dem Fokus auf Hardware und Fertigungsinfrastruktur adressiert Peak Quantum eine zentrale Lücke im europäischen Quantencomputing-Markt. Während Software und Algorithmen oft im Fokus stehen, gilt die Entwicklung eigener Chiptechnologie als entscheidend für technologische Souveränität.
„Das Gründerteam zeichnet sich durch eine zielstrebige, leistungsorientierte Denkweise aus, mit Weitblick und Liebe zum Detail. Das ist die Art von Ehrgeiz, mit der man zum globalen Marktführer wird,“
sagt Bettina Scheibe, Managing Partner bei United Founders.
Peak Quantum kombiniert wissenschaftliche Exzellenz mit einem klaren industrieorientierten Ansatz: Fehlerresistente Quantenhardware und eigene Fertigungsinfrastruktur. Die Finanzierung und die geplante Pilotlinie unterstreichen die Ambition, Europa im globalen Wettbewerb um Quantencomputer eine stärkere Rolle zu sichern.
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Quellen
- Pressemitteilung Peak Quantum, 14. April 2026
- Unternehmenswebsite: https://peakquantum.de/