Das Förderprogramm EXIST bleibt ein zentraler Treiber, insbesondere für technologieorientierte Münchner und überregionale Startups. Der aktuelle Monitoringbericht zeigt, wie stark der Effekt tatsächlich ist: 63 Prozent der befragten Teams geben an, ihre Gründung ohne die Förderung nicht umgesetzt haben zu können.
Die Daten stammen aus dem Monitoring des Projektträgers Jülich und basieren auf Förderdaten sowie Befragungen geförderter Teams. Sie machen deutlich: Förderungen wie EXIST sind für viele Vorhaben nicht nur Unterstützung, sondern Voraussetzung.
Bayern als zentraler EXIST-Standort
Seit 2007 wurden rund 6.051 Anträge gestellt, 3.331 Vorhaben erhielten eine Förderung. Das entspricht einer Quote von etwa 55 Prozent. Insgesamt flossen knapp 368 Millionen Euro in wissenschaftsbasierte Gründungen.
Bayern gehört dabei zu den prägendsten Bundesländern im EXIST-Programm. Gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Berlin liegt der Freistaat bei Anträgen, Bewilligungen und Fördermitteln vorn. Hochschulen bilden das Rückgrat dieser Entwicklung, insbesondere Universitäten. Einrichtungen wie die Technische Universität München zählen über Jahre hinweg zu den aktivsten Akteuren.
Ein Blick auf die geförderten Technologiefelder zeigt klare Schwerpunkte: Software steht mit großem Abstand an erster Stelle, sowohl insgesamt als auch im Jahr 2025. Dahinter folgen internetbasierte Geschäftsmodelle und Kommunikationstechnologien. Weitere relevante Bereiche sind Medizintechnik, Biotechnologie und Energie.

Die Struktur der Förderung spiegelt damit die Schwerpunkte technologieorientierter Gründungen wider. Digitale Geschäftsmodelle dominieren, während andere Technologiefelder kleinere, aber konstante Anteile stellen.
Die Erfolgskennzahlen bleiben hoch. Rund 87 Prozent der geförderten Teams gründen tatsächlich ein Unternehmen. Fünf Jahre nach Förderende sind knapp 80 Prozent noch am Markt aktiv. Bis Ende 2025 entstanden so rund 32.700 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze.
Mehr Frauen gründen mit EXIST
Neben den wirtschaftlichen Effekten zeigt der Bericht auch strukturelle Veränderungen im Startup-Ökosystem. Der Anteil von Frauen in den EXIST-geförderten Teams steigt seit Jahren und erreicht 2025 mit über 30 Prozent einen Höchststand. EXIST-Women hilft dabei als eigenes Programm für Gründerinnen.
Damit verändert sich ein Bereich, der lange männlich geprägt war. Förderangebote im Umfeld von EXIST zielen darauf ab, mehr Frauen für unternehmerische Wege in Wissenschaft und Technologie zu gewinnen. Die Entwicklung der vergangenen Jahre deutet darauf hin, dass diese Ansätze greifen.
Auch die Vorbereitung der Teams rückt stärker in den Fokus. Die sogenannte Stage of Business Planning misst die Reife der Geschäftsplanung in Bereichen wie Geschäftsmodell, Marktanalyse und Finanzierung. Der Bericht zeigt einen klaren Zusammenhang: Teams mit höherer Planungsreife gründen häufiger und haben bessere Chancen, Kapital einzuwerben.
Insgesamt bestätigt der Monitoringbericht die Rolle von EXIST als Schnittstelle zwischen Forschung und Markt. Gerade in innovationsstarken Regionen wie Bayern trägt das Programm dazu bei, aus wissenschaftlichen Vorhaben tragfähige Startups zu entwickeln.
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