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Deutscher Startup Monitor 2025: Mehr KI, weniger Kapital

Der Deutsche Startup Monitor 2025 zeigt: Deutschlands Startup-Szene setzt stark auf KI und DeepTech, Kapital bleibt jedoch der zentrale Engpass.

Der Deutsche Startup Monitor 2025 legt offen: Trotz angespannter Konjunktur entwickelt sich die deutsche Startup-Szene dynamisch. Immer mehr GründerInnen sehen den Standort im internationalen Vergleich im Aufwind. Besonders Künstliche Intelligenz und DeepTech gewinnen an Gewicht. 45 Prozent der Startups geben an, dass KI im Zentrum ihres Produkts steht – ein deutlicher Anstieg gegenüber 2024. DeepTech-Startups machen inzwischen 11 Prozent aus, DefenseTech erlebt mit knapp 900 Millionen Euro an Investments eine Rekordentwicklung.

Doch die Kapitalbasis bleibt schwach. Bezogen auf die Wirtschaftsleistung liegt Deutschland bei Venture-Capital-Investments international nur auf Platz 18. 2025 flossen zwar 5,4 Milliarden Euro in deutsche Startups, doch die Lücke zu den USA und selbst zu europäischen Nachbarn wie Frankreich bleibt groß. Vier neue Unicorns konnten entstehen, Börsengänge blieben jedoch aus.

Verena Pausder, Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbands, sagt:

„Auch wenn einige deutsche Scaleups internationale Erfolgsgeschichten schreiben – wir haben zwei große Pain Points: Zu wenig Kapital und zu wenig Börsengänge. Die Lücke zu den USA wird größer, nicht kleiner. Wir müssen endlich mehr Kapital mobilisieren.“

Deutschland gewinnt an Attraktivität, Kooperationen stocken

Ein zentrales Ergebnis des Monitors: GründerInnen sehen Deutschland zunehmend als attraktiven Standort. 40 Prozent bewerten den Gründungsstandort inzwischen attraktiver als die USA – sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Im europäischen Vergleich sehen 61 Prozent Deutschland vorne.

Laut Pausder spiegeln die Zahlen den Aufwind der deutschen Startup-Szene wider. Es sei entscheidend, das Momentum aus wirtschaftlicher und politischer Sicht zu nutzen, um technologische Abhängigkeiten zu reduzieren, heißt es.

Gleichzeitig zeigt der Report Schwächen in der Kooperation mit der etablierten Wirtschaft. Der Anteil der Startups mit Unternehmenspartnerschaften sank von 62 auf 56 Prozent – deutlich weniger als vor der Pandemie.

Pausder betont:

„Gerade in einer konjunkturell schwierigen Phase sind Kooperationen mit Startups zentral, um neue Technologie wie KI zu skalieren. Sie entscheiden mit darüber, ob Deutschland im globalen Wettbewerb Schritt hält.“

Auch das Gründungsklima wirkt ambivalent. Zwar liegt es über dem Niveau der etablierten Wirtschaft, ist aber gesunken. 78 Prozent der GründerInnen würden erneut ein Startup gründen, nach 84 Prozent 2024. Rund 29 Prozent würden bei einer erneuten Gründung ins Ausland gehen – vor allem wegen weniger Bürokratie und besserem Zugang zu Kapital.

Anteil der Gründerinnen und der internationalen Fachkräfte steigt

Weitere Ergebnisse des Deutschen Startup Monitors zeigen, dass der Anteil von Gründerinnen wieder leicht auf 20 Prozent gestiegen ist. Internationale Fachkräfte spielen weiterhin eine zentrale Rolle: 32 Prozent der Beschäftigten in deutschen Startups stammen aus dem Ausland, in Berlin liegt der Anteil sogar bei 42 Prozent. Gleichzeitig bleibt die Digitalisierung eine große Herausforderung. 81 Prozent der GründerInnen bewerten den Digitalisierungsgrad der Verwaltung als gering. Auch die öffentliche Hand tritt zunehmend als Auftraggeber auf. Zwar bleibt das Volumen noch vergleichsweise klein, doch der Anteil am Umsatz stieg von 4 Prozent im Jahr 2019 kontinuierlich auf 7 Prozent in diesem Jahr.

Der Deutsche Startup Monitor 2025 basiert auf den Angaben von 1.846 Startups und entstand in Zusammenarbeit mit dem ifo Zentrum für Makroökonomik und Befragungen.

Hier geht es zum Report. 

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