Foto: Futurail

Futurail sichert sich 7,5 Millionen Euro

Das Münchner Deeptech-Startup Futurail erhält 7,5 Millionen Euro, die in die Entwicklung autonomer Systeme für die Schiene fließen.

Das deutsch-französische Startup Futurail hat eine Seed-Finanzierung in Höhe von 7,5 Millionen Euro eingesammelt. Die Runde führten Asterion Ventures und Leap435 gemeinsam mit EIT Urban Mobility sowie den US-Investoren Zero InfinityPartners und Heroic Ventures an.

Futurail wurde 2023 von ehemaligen Führungskräften von Tesla, Argo AI und Edge Case gegründet. Das Team bringt langjährige Erfahrung aus dem autonomen Fahren im Automobilsektor mit und verfolgt die Mission, Züge zum attraktivsten Verkehrsmittel zu machen. Alex Haag, CEO und Mitgründer von Futurail, erklärt:

„Als ich das Autopilot-Team bei Tesla leitete, habe ich gesehen, wie autonomes Fahren eine ganze Branche komplett verändern kann. Wir haben Futurail gegründet, um dieses revolutionäre Potenzial auf den Schienenverkehr zu übertragen und eine 200 Jahre alte Branche zum Rückgrat einer nachhaltigen Mobilität zu machen.“

Autonome Züge als Antwort auf Fachkräftemangel

Futurail setzt auf KI-Technologie, um dem wachsenden LokführerInnen-Mangel zu begegnen. Der sogenannte Futurail-Driver kann sowohl in neue Züge integriert als auch in bestehende Flotten nachgerüstet werden. Er soll Nebenstrecken reaktivieren und die Nutzung des gesamten Schienennetzes effizienter machen. Maximilian Schöffer, CCO und Mitgründer, meint:

„Was unsere Partner begeistert, ist, dass autonome Systeme sowohl Wachstum als auch Effizienz ermöglichen. Die Betreiber können mehr Züge häufiger und zu geringeren Kosten fahren lassen. Das ist eine völlig neue Situation.“

Strategische Partnerschaften mit der französischen Lohr Gruppe und dem US-Startup Parallel Systems stärken die internationale Ausrichtung. CTO und Mitgründer Patrick Dendorfer betont:

„Das ist kein ausgefallenes Forschungsprojekt. Es geht um das ernsthafte Bestreben, ein zertifiziertes, sicheres System aufzubauen, das die Erwartungen erfüllt, die Art und Weise, wie Menschen und Güter transportiert werden, neu zu definieren.“

Die Finanzierung setzt sich aus 5,5 Millionen Euro Seed-Kapital, einer Million Euro öffentlichen Zuschüssen und einer Million Euro aus einer Pre-Seed-Umwandlung zusammen. Mit dem Kapital will Futurail das Team erweitern, Pilotprojekte mit führenden Zugherstellern vorantreiben und die Genehmigung für den ersten Anwendungsfall – autonome Abläufe in Endhaltestellen und Rangierbahnhöfen – sichern.

„Futurail verbindet fundiertes technisches Know-how und eine langfristige Vision mit bewährter kommerzieller Zugkraft, um globale Relevanz zu erlangen. Ihre Technologie hat das Potenzial, die Eisenbahn zum Rückgrat der nachhaltigen Mobilität in Europa und darüber hinaus zu machen“,

zeigt sich Alexandre Sauvage von Asterion Ventures überzeugt. Und Matthias Kempf, Gründungspartner bei Leap435, fügte hinzu:

„So wie die elektrische Traktion die Dampflokomotive abgelöst und eine neue Ära eingeläutet hat, ist die Autonomie die transformative Technologie dieses Jahrhunderts für die Bahn. Futurail sorgt für diesen Sprung nach vorne und stellt sicher, dass die europäische Industrie ihre Führungsposition behält.“

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