Foto: Teresa Born / Dabei

Women in Tech: Teresa Born von Dabei

Das Münchner Startup Dabei sagt Einmalplastik im Kulturbeutel den Kampf an: Mit durchdachten, langlebigen Travelpods für Kosmetik bietet Gründerin Teresa Born seit 2024 eine hochwertige Alternative zu herkömmlichen Reisefläschchen. Die robusten Behälter sind spülmaschinenfest, auslaufsicher und handgepäckgeeignet. Dank magnetischem Stapelsystem lassen sie sich zudem platzsparend organisieren. Was die Solo-Founderin gerne vor ihrer ersten Gründung gewusst hätte und wie sie den Gründungsstandort München einschätzt, beantwortet sie im Interview.

Munich Startup: Was hat Dich zur Gründung motiviert?

Teresa Born: Ich hatte das Bedürfnis, mein Potenzial beruflich auszuschöpfen – und wollte Produkte entwickeln, die durchdacht sind und einen echten Mehrwert bieten.

Munich Startup: Was hättest du gerne vor Deiner ersten Gründung gewusst?

Teresa Born: Wie komplex die Entwicklung eines Spritzgussprodukts tatsächlich ist. Anfangs hätte ich die Travelpods nie als Tech-Projekt eingeordnet – heute sehe ich das anders: Von der Materialwahl über die Werkzeugentwicklung bis hin zur Fertigung und Qualitätskontrolle ist das ein technisch sehr komplexer Prozess. Mittlerweile arbeiten wir sogar mit großen Chemieunternehmen zusammen, um eigene Materialien zu entwickeln. Aber es war sicherlich gut, naiv an das Thema heranzugehen – sonst hätte ich wohl nie gestartet.

Munich Startup: Wie ist Dein Unternehmen bislang finanziert?

Teresa Born: Wir sind gebootstrapped – mit Unterstützung durch unsere Kickstarter-Kampagne.

Munich Startup: Wann und wo bekommst Du die besten Ideen?

Teresa Born: Morgens im Bett – wenn ich mal wieder vor dem Wecker wach liege.

Munich Startup: Was sind Deine 3 liebsten Arbeitstools?

Teresa Born: Notion zur Organisation und Dokumentation, Figma als Design-Tool und eine Kombination aus ChatGPT und DeepL für Textentwürfe und Übersetzungen.

Munich Startup: Dein Top-Tipp zum Thema „Pitchen“?

Teresa Born: Puh, ich pitche selbst sehr wenig – und würde es auch nicht als meine größte Stärke bezeichnen. Vielleicht ist das mein Tipp: Es gibt viele Wege, zu gründen. Sucht euch ein Modell, das zu euch und euren Stärken passt. Und erlaubt euch, ein oder zwei Anläufe zu brauchen – das ist völlig normal.

Munich Startup: Erscheint es Dir gerade als eine gute Zeit, um zu gründen? Warum?

Teresa Born: Ich nehme momentan viel Unsicherheit auf wirtschaftlicher und weltpolitischer Ebene wahr. Aber gerade das kann dazu führen, dass man gezwungenermaßen besonders effizient plant und Entscheidungen mit viel Bedacht trifft. So entstehen oft realistische, fokussierte und sehr schlanke Gründungen. Natürlich hängt vieles auch von Branche und Projekt ab – manche Ideen sind auf Kapital angewiesen. Und da wünsche ich mir für Deutschland, dass auch große Visionen weiterhin gefördert und ernst genommen werden.

Munich Startup: Auf welche Technologie oder Branche würdest Du bei Deiner nächsten Gründung setzen?

Teresa Born: Wahrscheinlich würde ich wieder etwas im Bereich Spritzguss machen – einfach, weil ich in den letzten Monaten zu viel dazugelernt habe, um das Wissen nicht einzusetzen. Aber ich hab auch noch eine Liste anderer (zugegebenermaßen unvalidierter) Ideen im Hinterkopf – ironischerweise habe ich seit der Gründung sogar mehr Ideen als vorher.

Munich Startup: Was könnte aus Deiner Sicht am Gründungsstandort München noch verbessert werden?

Teresa Born: Das Münchner Ökosystem ist stark auf Deeptech und VC-getriebene Gründungen ausgerichtet – was großartig ist. Gleichzeitig würde ich mir wünschen, dass auch kleinere, produktorientierte Ideen mehr Raum und Unterstützung bekommen. Mehr niedrigschwellige Events und Austauschformate wären da eine große Hilfe.

Munich Startup: Welchen Gründer oder welche Gründerin würdest Du gerne einmal persönlich treffen? Und was würdest Du sie oder ihn fragen?

Teresa Born: Spontan fällt mir Tiffany Masterson ein, die Gründerin von Drunk Elephant. Wenn ich mich richtig erinnere, hat sie Anfang 40 als Hausfrau mit vier Kindern gegründet – das allein finde ich schon extrem inspirierend. Dass sie ihr Unternehmen später für 845 Millionen Dollar verkauft hat, macht ihre Leistung natürlich umso beeindruckender. Mich sprechen unkonventionelle Gründungswege sehr an, weil sie zeigen, dass man kein perfektes Profil braucht, um ein Business erfolgreich zu machen. Ich würde sie fragen, wie sie mit Selbstzweifeln und den Meinungen ihres Umfelds umgegangen ist.

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