Foto: Starflight Dynamics

Starflight Dynamics sichert sich Pre-Seed-Finanzierung

Das Münchner Raumfahrt-Startup Starflight Dynamics hat fast zwei Millionen Euro in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde eingesammelt. Mit dem Kapital plant das Unternehmen den Ausbau seiner Prototypen, Infrastruktur und seines Teams.

Starflight Dynamics (SFDY), ein junges Technologieunternehmen mit Sitz in München, hat seine Pre-Seed-Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen. Das 2023 gegründete Startup entwickelt Schlüsseltechnologien für den Betrieb im All und konnte knapp zwei Millionen Euro einwerben. Beteiligt an der Runde sind der staatliche VC-Fonds Coinvest Capital aus Litauen mit 750.000 Euro sowie mehrere erfahrene Business Angels. Unter diesen sind die Gründungsmitglieder des neu geschaffenen Space & Defence Committee des European Business Angel Network (EBAN).

„Diese Pre-Seed-Investitionsrunde markiert einen wichtigen Wendepunkt für das Unternehmen. Die Beteiligung institutioneller Investoren zeugt von einem starken Vertrauen in fortschrittliche Fertigungs- und Raumfahrttechnologien, die eine überzeugende und zeitgemäße Chance darstellen. Seit unserer Gründung haben wir daran gearbeitet, sowohl die technischen Grundlagen als auch die praktische Relevanz unserer Technologien zu schärfen – insbesondere im Dual-Use-Kontext. Die Investition ermöglicht es uns, die nächsten konkreten Schritte zu unternehmen: die Weiterentwicklung unserer Prototypen, die Vergrößerung des Teams und die Vertiefung der Zusammenarbeit mit frühen Partnern“,

erklärt Gründer und CEO Philipp Bauer.

Technologie für Raumfahrt und Verteidigung

Starflight Dynamics konzentriert sich auf zwei Kernbereiche: Ein eigenes, wasserbasiertes Orbitalantriebssystem bildet die Grundlage für modulare Plattformen, die vor allem in robotischen Verteidigungs-Szenarien zum Einsatz kommen sollen. Parallel entwickelt das Startup ein System zur Massenkristallzüchtung im Orbit. Damit will SFDY Halbleitersubstrate der nächsten Generation produzieren – unter Ausnutzung der Mikrogravitation.

„Europa rüstet sich für eine stärker umkämpfte und schnelllebige Weltraumdomäne, und das Zeitfenster für den Aufbau souveräner Systeme schließt sich. Wir beabsichtigen, diesen Wandel anzuführen. Diese Runde findet kurz vor der Ankündigung unseres ersten kommerziellen Vertrags statt – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum realen Einsatz“,

so Bauer weiter.

Strategische Partnerschaften in Europa

Investorenseitig sieht man großes Potenzial. Viktorija Trimbel, Geschäftsführerin von Coinvest Capital, erklärt:

„Wir glauben, dass das Unternehmen durch sein Engagement für Spitzentechnologie in Verbindung mit der Konzentration auf nachhaltige, skalierbare Lösungen in der Lage ist, einige der komplexesten Herausforderungen im Weltraum zu bewältigen. Dies ist die Art von zukunftsorientierten Unternehmen, die wir suchen – wo tiefgreifende Technologie auf reale Auswirkungen trifft und neue Grenzen im Weltraum für die industrielle und strategische Zukunft Litauens und Europas eröffnet werden.“

Rita Sakus, EBAN-Vorstandsmitglied, ergänzt:

„Die Investition in Starflight Dynamics ist eine Investition in die nächste Generation von Antrieben, in fortschrittliche Fertigung im Weltraum und in bahnbrechende Kristall-Halbleitertechnologien, die nicht nur nachhaltigen Weltraumoperationen, sondern auch wichtigen Anwendungen hier auf der Erde zugutekommen. Diese Innovationen stärken unsere industrielle Basis, fördern Hochleistungsmaterialien für den kommerziellen und den Verteidigungssektor und tragen dazu bei, Europas Führungsrolle im neuen Raumfahrtzeitalter zu sichern. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist für den Erfolg neuer Raumfahrt- und Verteidigungsinitiativen, die in Europa entstehen, von entscheidender Bedeutung – durch eine europaweite Zusammenarbeit werden wir neue Höhen erreichen.“

Starflight Dynamics plant, seine Zusammenarbeit mit europäischen Partnern auszubauen. Zudem prüft das Unternehmen bereits die Gründung einer Tochtergesellschaft in Litauen.

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