Der Verkauf von Tubulis zählt zu den größten Exits der deutschen Biotech-Szene. Das Münchner Unternehmen mit Unicorn-Status geht für bis zu 4,3 Milliarden Euro (5 Milliarden Dollar) an den US-Pharmakonzern Gilead. 2,7 Milliarden Euro (3,15 Milliarden Dollar) fließen direkt, weitere 1,6 Milliarden Euro (1,85 Milliarden Dollar) sind an das Erreichen bestimmter Meilensteine gekoppelt. Der Abschluss der Transaktion ist für das zweite Quartal 2026 geplant.
Tubulis entwickelt Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs), eine moderne Form der Krebstherapie. Diese Therapien greifen Tumorzellen gezielter an als klassische Chemotherapien. Das Unternehmen kombiniert Antikörper und Zellgifte so, dass besonders stabile Wirkstoffe entstehen. Zu den wichtigsten Projekten zählt TUB-040, das sich aktuell in der klinischen Entwicklung für Eierstockkrebs und Lungenkrebs befindet. Auch TUB-030 zeigt erste vielversprechende Daten bei verschiedenen soliden Tumoren.
Strategischer Ausbau der Onkologie
Mit der Übernahme baut Gilead seine Kompetenzen im Bereich der Onkologie gezielt aus. Die Technologien und Programme von Tubulis ergänzen die bestehende Pipeline des Konzerns. Gleichzeitig sichern sich die Amerikaner Zugang zu einer Plattform, die verschiedene Wirkstoffe präzise an Tumore bringen soll.
„Die Vereinbarung zur Übernahme von Tubulis ist ein bedeutender Meilenstein für Gilead im Bereich der Onkologie. Das Unternehmen bringt einen Kandidaten im klinischen Stadium mit, der eine potenzielle neue Therapie für Eierstockkrebs darstellt, sowie eine ADC-Plattform der nächsten Generation und eine vielversprechende Pipeline in frühen Entwicklungsstadien. Die heutige Vereinbarung folgt auf eine zweijährige Zusammenarbeit mit Tubulis, die uns von deren Programmen und Forschungskapazitäten überzeugt hat. Die Einbindung dieses Potenzials in Gilead würde die bereits stärkste und vielfältigste Pipeline in der Geschichte unseres Unternehmens weiter ausbauen“,
erklärt Daniel O’Day, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer von Gilead Sciences.
Signalwirkung für den Standort München
Nach dem Abschluss bleibt Tubulis als eigenständige Forschungseinheit innerhalb von Gilead bestehen. München entwickelt sich damit weiter als zentraler Innovationsstandort für ADC-Technologien. Das Unternehmen nutzt seine integrierten Kompetenzen in Forschung, Herstellung und klinischer Entwicklung, um neue Therapien voranzutreiben.
„Wir waren von Anfang an davon überzeugt, dass unsere Konjugationstechnologieplattformen weitreichende Auswirkungen auf den gesamten ADC-Bereich haben könnten, und die ersten Daten zu TUB-040 haben diese Überzeugung bestärkt. Der Zusammenschluss mit Gilead ermöglicht es uns, auf dieser Grundlage innerhalb eines Unternehmens aufzubauen, das über fundiertes wissenschaftliches Fachwissen, globale Entwicklungskapazitäten und die erforderliche Größe verfügt, um Innovationen in Medikamente für Patienten weltweit umzusetzen. Durch unsere bestehende Zusammenarbeit hat Gilead bereits das Potenzial unserer Technologien erkannt, und gemeinsam sind wir gut aufgestellt, um die Entwicklung unserer ADC-Pipeline zu beschleunigen. Ich bin dem Tubulis-Team, unserem Vorstand, unseren Investoren und Partnern zutiefst dankbar für ihr Engagement und dafür, dass sie dazu beigetragen haben, diesen Meilenstein zu ermöglichen“,
sagt Dominik Schumacher, CEO und Mitbegründer von Tubulis.
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