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Tozero eröffnet Batterie-Recyclinganlage

Tozero hat im Chemiepark Gendorf seine erste industrielle Demonstrationsanlage eröffnet. Das Münchner Startup will dort Lithium, Graphit und Nickel-Kobalt-Materialien aus Altbatterien zurückgewinnen.

Tozero hat seine erste industrielle Demonstrationsanlage eröffnet. Mit dem Standort im Chemiepark Gendorf geht das Münchner Startup den nächsten Schritt vom Pilotbetrieb in den industriellen Maßstab. Die Anlage soll jährlich mehr als 1.500 Tonnen Batterieabfälle verarbeiten. Tozero will daraus hochreines Lithiumcarbonat, Graphit und eine Nickel-Kobalt-Mischung zurückgewinnen.

Für Tozero ist die Anlage mehr als ein neuer Standort. Das Recycling-Startup versteht sie als Ausgangspunkt für eine heimische Versorgung mit kritischen Rohstoffen. Im Mittelpunkt stehen Materialien, die für Batterieindustrie, Elektromobilität und Energiewende gebraucht werden.

Sarah Fleischer, Mitgründerin und CEO von Tozero, sagt:

„Europa verfügt bislang nicht über die kritischen Rohstoffe, die es braucht, um seine Energiewende und Batterieindustrie aus eigener Kraft aufzubauen und zu skalieren. Unsere Technologie ermöglicht es uns, Altbatterien zu recyceln und daraus erstmals im industriellen Maßstab hochreine Rohstoffe zurückzugewinnen.“

Tozero setzt auf Altbatterien als Rohstoffquelle

Technische Grundlage der Anlage ist ein proprietäres, säurefreies hydrometallurgisches Verfahren. Tozero will damit Lithium, Graphit und weitere kritische Rohstoffe aus Altbatterien zurückgewinnen und wieder in industrielle Lieferketten einspeisen. Die Materialien sollen so rein sein, dass sie direkt wieder in die Produktion eingehen können.

Nach Angaben des Unternehmens reicht das gewonnene Lithiumcarbonat für Batteriematerialien für rund 6.000 Elektrofahrzeuge. Tozero strebt zudem eine Rückgewinnungsrate von 80 Prozent der kritischen Rohstoffe an. Das Startup erklärt außerdem, dass es recyceltes Lithium und Graphit bereits gemeinsam mit Kathoden- und Anodenherstellern für Lithium-Ionen-Batterien qualifizieren konnte.

Den Start der Anlage kommt Europas wachsendem Rohstoffbedarf entgegen: Die weltweite Nachfrage nach Lithium soll sich laut Unternehmensangaben bis 2030 voraussichtlich vervierfachen. Allein in der EU könnte die Nachfrage nach Graphit bis 2040 um das bis zu 25-Fache steigen. Zugleich bleibt Europa nach Darstellung von Tozero stark von Importen abhängig: China kontrolliert die weltweiten Graphitlieferungen und 99 Prozent des Lithiums in Europa stammen aus dem Ausland.

Tozero setzt deshalb auf ausgediente Batterien als wichtige Rohstoffquelle. Durch das Recycling will das Münchner Startup kritische Rohstoffe aus gebrauchten Batterien zurückgewinnen und wieder in industrielle Lieferketten einspeisen, was die Abhängigkeit von ausländischen Zulieferern reduzieren würde.

Blaupause für 2030

Mit der neuen Anlage verbindet Tozero damit zwei Ziele: das eigene Wachstum und den Aufbau einer europäischen Lieferkette für kritische Batterierohstoffe aus Recycling. Bis 2030 plant das Startup eine kommerzielle Anlage im Vollmaßstab.

Ksenija Milicevic Neumann, Mitgründerin und CTO von Tozero, sagt:

„Die Skalierung unserer Technologie vom Labor zur industriellen Produktion in so kurzer Zeit ist ein entscheidender Meilenstein für jeden Deeptech-Gründer und markiert den Übergang von Entwicklung zu realer Validierung im industriellen Maßstab.“

Tozero wurde 2022 von Sarah Fleischer und Ksenija Milicevic Neumann gegründet. Seitdem hat das Münchner Startup seine Technologie schrittweise ausgebaut. Nach eigenen Angaben arbeitet Tozero inzwischen mit Partnern in zehn europäischen Ländern zusammen.

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