Proxima Fusion hat gemeinsam mit dem Freistaat Bayern, RWE und dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik eine Absichtserklärung unterzeichnet. Das sogenannte Memorandum of Understanding, kurz MoU, beschreibt die geplante Zusammenarbeit des Münchner Startups und seiner Partner beim Bau eines Demonstrationsreaktors und eines späteren kommerziellen Fusionskraftwerks. In diesem Fall wollen die Beteiligten bei Planung, Genehmigungsverfahren, Projektstruktur und Finanzierung zusammenarbeiten.
Das Projekt beginnt mit dem Demonstrationsstellarator Alpha in Garching bei München. Anschließend soll das Kraftwerk Stellaris am ehemaligen Kraftwerksstandort Gundremmingen entstehen.
Demonstrator Alpha: Testen und Risiken verringern
Der Demonstrationsreaktor Alpha soll in direkter Nachbarschaft zum Max-Planck-Institut für Plasmaphysik entstehen. Die Anlage soll erstmals eine positive Energiebilanz eines Fusionsplasmas zeigen. Plasma bezeichnet einen extrem heißen, elektrisch geladenen Zustand von Materie. In einem Fusionsreaktor verschmelzen darin Atomkerne miteinander und setzen Energie frei.
Der Demonstrator soll zentrale Technologien unter realistischen Bedingungen testen und technische Risiken verringern. Das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik übernimmt die wissenschaftliche Leitung und die Forschung zur Plasmaphysik. Proxima Fusion verantwortet Engineering, Ausschreibungen und Bau.
Francesco Sciortino, Mitgründer und CEO von Proxima Fusion, sagt:
„Dieses MoU ist ein Meilenstein, der die europäische Fusionsindustrie sichtbar auf der globalen Bühne positioniert.“
Kraftwerk Stellaris in Gundremmingen geplant
Das geplante Fusionskraftwerk Stellaris soll am Standort des früheren Kernkraftwerks Gundremmingen entstehen. RWE baut die Anlage derzeit zurück. Die bestehende Infrastruktur könnte laut Vereinbarung teilweise weiter genutzt werden.
Die Partner planen eine Finanzierung aus privaten und öffentlichen Mitteln. Proxima Fusion will rund 20 Prozent der Projektkosten über internationale Investoren finanzieren. Der Freistaat Bayern stellt eine mögliche Beteiligung von etwa 20 Prozent in Aussicht, sofern Bundesmittel fließen.
Markus Krebber, CEO von RWE, sagt:
„Das Potenzial der Fusionstechnologie für die Energieversorgung der Zukunft ist enorm.“
Auch Sibylle Günter, wissenschaftliche Direktorin des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik, sieht Fortschritte auf dem Weg zur praktischen Nutzung der Technologie:
„Die wissenschaftlichen Erfolge der vergangenen Jahre haben den Weg bereitet.“
Der Bau von Alpha und Stellaris könnte laut den Projektpartnern mehrere tausend Arbeitsplätze schaffen. Investitionen sollen unter anderem in Bau, Fertigung, Leistungselektronik und supraleitende Magneten fließen.
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