YFood-Gründer Benjamin Kremer (l.) und Pitch & People-Moderator Kyrill Ring (r.)
Foto: Munich Startup

Zwischen Druck, Red Bull und Kai Pflaume: Wie YFood den Sprung auf die Weltbühne schaffen will

YFood-Gründer Benjamin Kremer lebt den Traum vieler Startup-GründerInnen und spürt gleichzeitig den Druck, der mit dem Erfolg kommt. Sein Münchner Unternehmen hat sich vom Pitch in "Die Höhle der Löwen" zu einem europäischen Marktführer entwickelt und will nun das werden, was Red Bull für Energy-Drinks ist: ein globales Symbol für moderne Ernährung. Mit prominenter Unterstützung von Kai Pflaume und Co. treibt Kremer die Expansion voran – und spricht offen darüber, wie schmal der Grat zwischen Vision, Verantwortung und mentaler Belastung wirklich ist.

Druck, Vision, Prominenz – das Rezept hinter YFood

„Wir alle haben das Problem von Zeit zu Zeit: Man hat super viel zu tun, ist den ganzen Tag unterwegs und findet schlichtweg nicht die Zeit, sich gesund und ausgewogen zu ernähren“,

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PITCH & PEOPLE Folge 7: YFood

Foodtech Startup
Zwischen Druck, Nestlé und Kai Pflaume – wie YFood zur nächsten Red-Bull-Story werden will! Benjamin Kremer kennt Druck – aus dem Investmentbanking, aus der Gründungsphase…

sagt Benjamin Kremer, Gründer von YFood. So fing alles an. Gemeinsam mit Co-Founder Noel Bollmann gründete er 2017 YFood mit der Mission, gesunde Ernährung überall und jederzeit möglich zu machen. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 200 Mitarbeitende und hat europaweit über 100 Millionen Mahlzeiten verkauft. Besonders stark wächst YFood derzeit in Großbritannien.

Kremer betont, dass sich YFood trotz seiner Größe noch immer als Startup versteht:

„Wir wollen die Agilität und Dynamik behalten und nicht in Konzernstrukturen verfallen.“

Mit Nestlé im Rücken und Red Bull im Blick

Ein entscheidender Schritt in der Unternehmensgeschichte war das Engagement von Nestlé, mit dem die Gründer weiterhin sehr glücklich sind. Kremer und Bollmann halten 51 Prozent der Anteile, Nestlé 49 Prozent. So habe man „das Beste aus beiden Welten“ – die Kontrolle über das Unternehmen und zugleich Zugriff auf ein weltweites Netzwerk. Kritik am Großkonzern begegnet Kremer gelassen:

„Jeder, der etwas Neues macht, wird Kritik erfahren. Aber dass man eine Innovation macht und gänzlich ohne Kritik auskommt, das gibt es in sehr wenigen Fällen.“

Mit Blick auf die Zukunft formuliert er das Ziel klar:

„Unsere Vision ist letztendlich, mit YFood kein deutsches Unternehmen zu bleiben, sondern ein internationales Unternehmen zu bauen, eine globale Marke. Unser Nordstern, unser großes Vorbild, ist Red Bull.“

Wenn Erfolg Druck bedeutet

Hinter dieser Erfolgsgeschichte steckt harte Arbeit und psychische Belastung. Kremer erzählt im Gespräch mit Munich Startup, dass es in den ersten Jahren kaum einen Tag ohne neue Herausforderungen gab. Der Druck war allgegenwärtig: Entscheidungen mussten schnell getroffen werden, oft mit weitreichenden Konsequenzen.

Vor allem die Anfangsphase habe ihn geprägt. YFood war gebootstrapped, finanziert mit eigenem Geld und dem von Familie und Freunden. Jeder Fehler hätte existenzielle Folgen haben können. Kremer spricht von einer Zeit, in der er und sein Team keine Option hatten, auszufallen, weil es niemanden gab, der einspringen konnte.

Auch heute, in einer Phase mit weniger operativer Belastung, bleibe der Druck bestehen. Er hat sich verändert – von langen Arbeitstagen hin zu strategischer Verantwortung. Kremer weiß: Jede Entscheidung kann die Zukunft von Hunderten Mitarbeitenden beeinflussen.

Um das auszuhalten, setzt er auf Ausgleich durch Familie, Freunde und Sport. Sein Co-Founder meditiert regelmäßig; für ihn selbst sind klare Pausen und Bewegung der Weg, mit dem Stress umzugehen. Über die Jahre, sagt Kremer, habe er gelernt, „eine Stufe mehr Professionalität“ im Umgang mit Druck zu entwickeln.

Kai Pflaume, Sophia Thomalla und die Macht der Marke

Parallel zum Aufbau des Produkts setzte YFood früh auf eine Marketingstrategie, die das junge Unternehmen aus München in die Sichtbarkeit katapultierte. Kooperationen mit bekannten Gesichtern waren ein wichtiger Baustein.

„Gerade in Deutschland haben wir mit sehr vielen Influencern zusammengearbeitet. Kai Pflaume am Anfang, der übrigens ein sehr netter Typ ist und sehr gut funktioniert hat für uns. Dann auch MontanaBlack, Sophia Thomalla und Knossi.“

Diese Strategie erwies sich als entscheidend. YFood investierte gezielt in Online-Marketing und einen eigenen Außendienst, um in Supermärkten präsent zu sein – und dort auch zu bleiben. Kremer weiß, dass Produkte im Handel nur eine Chance bekommen: Wenn sie sich nicht verkaufen, verschwinden sie aus den Regalen.

Das Zusammenspiel aus Sichtbarkeit, Influencer-Marketing und direkter Präsenz im Handel macht YFood zu einer Marke, die weit über das Produkt hinausstrahlt – ein Ansatz, der stark an Red Bull erinnert.

Freiheit als Antrieb

Trotz des Erfolgs bleibt Kremer bodenständig. Materielle Ziele hätten ihn nie angetrieben, sagt er. Wichtiger sei die Freiheit, das eigene Leben und Arbeiten selbst zu gestalten. Für ihn bedeutet Erfolg, etwas zu schaffen, das Sinn stiftet und Freude bereitet – nicht nur Wachstum um jeden Preis.

Heute arbeitet YFood daran, gesunde Ernährung weltweit verfügbar zu machen. Kremers Ziel bleibt dasselbe wie 2017, nur die Dimension hat sich verändert. Er will eine globale Marke schaffen, die Ernährung neu denkt und international relevant ist.

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