Darius Göttert zu Gast im Pitch & People Studio
Foto: Munich Startup

Darius Göttert: Gründergeist von Beginn an

Mit 24 Jahren hat Darius Göttert schon mehr Startups gegründet als andere in einem ganzen Leben. Vom Schülerunternehmen über Spreadly bis zum Hackerhaus FORA: Göttert baut Ökosysteme für junge GründerInnen und will mit seinem Netzwerk die nächste Generation von UnternehmerInnen in Deutschland prägen. Das und mehr bei Pitch & People.

In Folge 2 unseres Videopodcasts Pitch & People ist Darius Göttert zu Gast. Und mit ihm ein mehr als spannender Werdegang quer durchs Münchner Ökosystem.

Sein erstes Unternehmen gründete er noch als Schüler – eine kleine Firma in Wittenberg, die aus Schallplatten Design-Uhren machte. Früh entdeckte Göttert seine Leidenschaft für Unternehmertum, zog mit 16 Jahren nach München, machte Abitur im Bereich internationale Wirtschaft und stieg parallel bei einem „Die Höhle der Löwen“-Startup ein. Dort lernte er, was es heißt, ein Team von fünf auf dreißig Köpfe zu skalieren.

Über eine studentische Initiative fand er seinen ersten Mitgründer. Gemeinsam gründeten sie Spreadly, eine Plattform für digitale Visitenkarten, holten sich Business Angels ins Boot – und Göttert brach sein Studium ab. Heute blickt er auf eine Reihe eigener Gründungen zurück und bezeichnet sich selbst nicht als klassischen CEO, sondern als „Venture Builder“, der Ideen, Netzwerke und GründerInnen zusammenbringt.

FORA – das Hackerhaus am Stachus

Aktuell ist FORA sein Vorzeigeprojekt: ein Hackerhaus mitten in München, in dem zehn bis fünfzehn junge GründerInnen zusammenleben, arbeiten, Ideen challengen, pitchen und gemeinsam wachsen. Es gibt Vollverpflegung, Gym, Eisbad, Sessions mit InvestorInnen und MentorInnen.

„Ich baue gern die Dinge, die ich mir selbst gewünscht hätte,“

so Göttert im Pitch & People Podcast. Als er nach München kam, kannte er niemanden. Heute schafft er den Ort, den er damals gebraucht hätte: ein niedrigschwelliger Einstieg in das Münchner Startup-Ökosystem, direkt im Herzen der Stadt, wo man in drei bis sechs Monaten ein Unternehmen aus dem Boden stampfen kann – und danach mit seinem Team in München bleibt.

Young Founders Network – eine Bewegung der Generation Z

Parallel dazu hat Göttert das Young Founders Network gegründet: Über 1.200 junge GründerInnen zwischen 15 und 26 Jahren, die sich gegenseitig inspirieren, austauschen und gemeinsam an neuen Ideen feilen. Unterstützt von der Bertelsmann Stiftung, treffen sie sich zweimal im Jahr an der Code University in Berlin – ein junges Biotop für unternehmerisches Denken, weit weg vom alten Silodenken und mit radikalem Mut zum Risiko.

Darius Göttert glaubt an diese Generation:

„Sie haben eine extrem niedrige Fallhöhe und denken nicht zuerst, was alles schiefgehen könnte. Sie fangen einfach an.“

München: schönste Stadt der Welt – mit Hürden

Trotz aller Begeisterung verschweigt Göttert die Schattenseiten nicht. Der Einstieg ins Münchner Ökosystem sei schwer, vor allem wegen hoher Lebenshaltungskosten. Er sagt:

„In Berlin gibt’s Stipendien, in München brauchst du erst mal 50.000 Euro von einem Business Angel, um dir die Miete leisten zu können.“

Mit Projekten wie InGemeinschaft schafft er Gegenmodelle: Studierende ziehen günstig in Altbauwohnungen bei SeniorInnen ein – bezahlbarer Wohnraum und gelebter Generationendialog zugleich.

Darius Göttert: „Unsere Sicherheit sind unsere Skills“

Sicherheit bedeute für Göttert nicht Kapitalpolster in der Hinterhand zu haben, sondern Können und Netzwerke. Fast jede Entscheidung seiner Laufbahn sei riskant gewesen und gerade deshalb lohnend. In fünf Jahren sieht er sich mit eigenem Fonds, der als Erstinvestor jungen GründerInnen Kapital gibt.

Bis dahin baut er weiter: Startups, Netzwerke, Mut. Und ein Umfeld, in dem Unternehmertum nicht exotisch ist, sondern selbstverständlich – ganz so, wie er es sich selbst als 16-Jähriger in München gewünscht hätte.

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