Munich Startup: Was hat Dich zur Gründung motiviert?
Jade Robinson: Geboren und aufgewachsen in Südafrika, habe ich schon früh miterlebt, wie mein Vater sein eigenes Unternehmen aufbaute und skalierte – das hat mein Interesse an Unternehmertum geweckt. Meine berufliche Erfahrung bei Amazon hat diesen Wunsch weiter gefestigt. Zu sehen, wie Jeff Bezos aus einer Idee ein Unternehmen von Generationenrelevanz aufgebaut hat, hat mir gezeigt, was mit der richtigen Mischung aus Vision, Umsetzung und Durchhaltevermögen möglich ist. Im Allgemeinen liebe ich es aber einfach, mein eigenes Schicksal, meine Entscheidungen und mein Handeln selbst zu bestimmen. Ich schätze die Flexibilität, die Unternehmertum mit sich bringt, ebenso wie die Möglichkeit, andere auf positive Weise zu beeinflussen.
Munich Startup: Was hättest du gerne vor Deiner ersten Gründung gewusst?
Jade Robinson: Dass man die Meinungen und Ratschläge anderer, insbesondere von VCs, nicht zu ernst nehmen sollte, sondern sie abwägt und am Ende seinem eigenen Verstand vertrauen muss, um die endgültige Entscheidung zu treffen.
Munich Startup: Wie ist Dein Unternehmen bislang finanziert?
Jade Robinson: Wir haben bisher vieles selbst bezahlt und kleinere Preise in Höhe von ein paar tausend Euro gewonnen, werden aber demnächst eine Förderung durch das Exist-FT-Stipendium erhalten. Diese Unterstützung wird uns für die nächsten zwei Jahre tragen, hoffentlich ab dem 1. September.
Munich Startup: Wann und wo bekommst Du die besten Ideen?
Jade Robinson: Die besten Ideen kommen mir tatsächlich im Traum – auch wenn es dabei meistens um Science-Fiction-Romane geht und weniger um Geschäftsideen. Geschäftsideen entstehen eher dann, wenn ich ein reales Problem sehe, vor allem eines, das mich ärgert oder mich emotional bewegt.
Munich Startup: Was sind Deine 3 liebsten Arbeitstools?
Jade Robinson:
- Tee mit Milch und Zucker
- Notion
- ChatGPT
Munich Startup: Dein Top-Tipp zum Thema “Pitchen”?
Jade Robinson: Üben, üben, üben. Ich lerne meinen Pitch immer auswendig, sodass ich am Tag selbst, egal was passiert, sicher weiß, dass ich ihn halten kann.
Munich Startup: Erscheint es Dir gerade als eine gute Zeit, um zu gründen? Warum?
Jade Robinson: Ja, ich denke, es ist eine großartige Zeit zum Gründen, weil wir uns gerade auf der Erholungsseite des Einbruchs in der Startup-Finanzierung nach Covid befinden. Zudem gibt es viel Aufmerksamkeit rund um neue Technologien wie KI und Quantencomputing. Außerdem existieren viele Programme, die GründerInnen bei Networking, Business Development und Fundraising unterstützen.
Munich Startup: Auf welche Technologie oder Branche würdest Du bei Deiner nächsten Gründung setzen?
Jade Robinson: Ich würde sehr gerne ein Startup im Bereich Femtech oder zur Stärkung von Frauen gründen. Am meisten würde es mich begeistern, eine Non-Profit-Organisation ins Leben zu rufen, die Frauen in Not hilft.
Munich Startup: Was könnte aus Deiner Sicht am Gründungsstandort München noch verbessert werden?
Jade Robinson:
- Ausbau der Frühphasenfinanzierung – sowohl durch öffentliche als auch private Programme – zur Unterstützung von Finanzierungsrunden unter 10 Millionen Euro.
- Stärkung digitaler Verwaltungsservices, die speziell auf GründerInnen zugeschnitten sind, und Abbau bürokratischer Hürden bei Gründung und Betrieb eines Unternehmens.
- Förderung von Diversität durch aktive Unterstützung von GründerInnen mit Migrationshintergrund – etwa durch Netzwerke und Beteiligungsfinanzierung.
Munich Startup: Welchen Gründer oder welche Gründerin würdest Du gerne einmal persönlich treffen? Und was würdest Du sie oder ihn fragen?
Jade Robinson: Es gibt zu viele! Aber wahrscheinlich Jeff Bezos, da seine Formel für Innovation und den Aufbau einer starken Unternehmenskultur meiner Meinung nach unerreicht ist.