Foto: Muunai

Muunai: KI-Assistent für ÄrztInnen

Das Münchner Startup Muunai will ÄrztInnen von bürokratischem Aufwand befreien. Mit einer KI-Plattform, die Patientengespräche automatisch dokumentiert, gewinnen MedizinerInnen täglich wertvolle Zeit für ihre PatientInnen. Gründer Aleksandr Gorbunov erklärt die Idee, die Herausforderungen und die Vision von Muunai.

Munich Startup: Was macht Euer Startup? Welches Problem löst Ihr?

Aleksandr Gorbunov, Co-Founder Muunai: Unser Ziel ist es, ÄrztInnen von bürokratischen Aufgaben zu entlasten und ihnen dadurch mehr Zeit für PatientInnen zu verschaffen. Bei Muunai entwickeln wir eine moderne KI-Plattform, die administrative Aufgaben weitgehend automatisiert und als intelligenter Assistent ÄrztInnen durch den Arbeitstag begleitet.

Unser erster Fokus liegt auf der Dokumentation von Patientengesprächen. Aktuell verbringen ÄrztInnen damit im Schnitt über zwei Stunden täglich. Mit Muunai wird die Dokumentation direkt aus dem Patientengespräch erstellt und ist erledigt, wenn die PatientInnen das Zimmer verlassen. Mit der gewonnenen Zeit, können sich ÄrztInnen voll und ganz auf ihre PatientInnen konzentrieren.

Munich Startup: Aber das gibt’s doch schon längst!

Aleksandr Gorbunov: Der medizinische Software-Markt in Deutschland ist extrem veraltet und wird von einer Handvoll großer Player dominiert. In den letzten Jahren sehen wir viele Digitalisierungsansätze, getrieben insbesondere durch die Popularität von Sprachmodellen. Hier gibt es auch einige Dokumentationsassistenten, die eine Lösung für alle Arztgruppen anbieten, aus unserer Sicht in der heterogenen Praxislandschaft allerdings nicht langfristig wertbringend sind.

Wir arbeiten deshalb eng mit ÄrztInnen verschiedener Fachrichtungen zusammen, um Muunai gezielt auf unterschiedliche medizinische Fachgebiete zu optimieren und für die individuellen Arbeitsabläufe einzelner ÄrztInnen personalisierbar zu machen.

Vom Hackathon zum Startup

Munich Startup: Was ist Eure Gründungsstory?

Aleksandr Gorbunov: Die Idee zu Muunai ist nach einem Hackathon entstanden. Die Challenge damals hatte zwar keinen medizinischen Bezug, aber wir haben gesehen, wie viel heute mit moderner Technologie, vor allem mit KI, möglich ist. Kurz danach haben wir mit einer Freundin gesprochen, die Medizin studiert. Sie hat uns erzählt, wie hoch die Dokumentationslast im Gesundheitswesen ist und wir wussten sofort, woran wir arbeiten wollen.

Munich Startup: Was waren bisher Eure größten Herausforderungen?

Aleksandr Gorbunov: Ich würde sagen, die größte Herausforderung war es, aus einem MVP ein produktionsfähiges Produkt zu bauen, das ÄrztInnen einen tatsächlichen Mehrwert bringt. ÄrztInnen haben (zurecht) einen hohen Anspruch and die Qualität der Dokumentation und unser Anspruch ist, die beste Dokumentation auf dem Markt anzubieten. Unsere jetzige Herausforderung liegt allerdings in der Skalierung des Vertriebs. Um den größtmöglichen Impact zu haben, wollen wir natürlich möglichst vielen ÄrztInnen Zugang zu Muunai bieten und so arbeiten wir die nächsten Monate hart daran unser Vertriebssystem zu optimieren.

Wir sind bereits sehr stolz darauf, was wir jetzt schon erreicht haben und es liegt noch ein spannender Weg vor uns, um unsere Vision vollständig zu verwirklichen.

Echter Gamechanger im Praxisalltag

Munich Startup: Wo möchtet Ihr in einem Jahr stehen, wo in fünf Jahren?

Aleksandr Gorbunov: Unser Hauptziel im nächsten Jahr ist es, Muunai zu mehr ÄrztInnen zu bringen, damit sie ihren Alltag spürbar entspannter gestalten können. In einem Jahr wollen wir mindestens 3.000 ÄrztInnen erreichen. Gleichzeitig möchten wir unser Tool noch besser in die bestehende Praxissoftware integrieren.

In fünf Jahren wollen wir unsere Vision verwirklichen und die Art und Weise, wie Praxen ihren Alltag gestalten, grundlegend modernisieren. Muunai soll zu einem echten Assistenten für ÄrztInnen werden. Wir wollen bei der Behandlung unterstützen, alle relevanten Informationen vor dem Besuch vorbereiten, gezielte Vorschläge machen und weiterhin sämtliche Dokumentations- und Abrechnungsaufgaben übernehmen.

Munich Startup: Wie habt Ihr den Startup-Standort München bisher erlebt?

Aleksandr Gorbunov: Ich bin sehr froh, dass wir mit Muunai in München gestartet sind. Von Anfang an findet man hier Ansprechpersonen, die vor allem in den schwierigen ersten Schritten mit Rat und Erfahrung zur Seite stehen.

Ich bin auch überzeugt, dass Persönlichkeit stark durch das Umfeld geprägt wird, und München bietet ein Umfeld voller motivierter, kluger und hilfsbereiter Menschen. Das finde ich extrem inspirierend.

Munich Startup: Outsourcen oder selber machen?

Aleksandr Gorbunov: Es gibt natürlich Sachen in einem Startup, die man outsourcen kann, vor allem in späteren Phasen. Und selbstverständlich sollte man auch die vielen Tools nutzen, die die Produktivität steigern. Man kann aber sein Startup nicht von jemand anderem bauen lassen.

Das Wichtigste ist das Team – Menschen, die dieselbe Vision teilen und die richtigen Skills mitbringen, um die Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Und genau das lässt sich durch nichts ersetzen.

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