Orcan Energy realisiert gemeinsam mit Holcim und Eon Energy Infrastructure Solutions ein großangelegtes Projekt zur industriellen Abwärmenutzung. Im Holcim-Zementwerk in Dotternhausen soll bislang ungenutzte Abwärme aus dem Produktionsprozess nutzbar gemacht werden. Die Energie fließt in interne Prozesse, potenzielle Wärmenetze sowie in die Stromerzeugung.
Die strategische Partnerschaft soll ein wirtschaftliches und skalierbares Modell für mehr Energieeffizienz in energieintensiven Branchen etablieren. Der Fokus liegt dabei auf der Rückgewinnung von rund 10 Megawatt thermischer Energie aus dem Drehrohrofen. In etwa 70 Metern Höhe koppelt ein Wärmeüberträger die Abwärme aus den Abgasen aus. Über einen Hochtemperatur-Thermalölkreislauf gelangt die Wärme zu den jeweiligen Abnehmern.
ORC-Technologie als Schlüssel zur Energiewende
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Stromerzeugung durch die ORC-Technologie (Organic Rankine Cycle) von Orcan Energy. Zum Einsatz kommt das neue Hochleistungssystem eP 1000, das speziell für industrielle Großanwendungen entwickelt wurde. Die verbaute Turbine reagiert flexibel auf schwankende Wärmemengen und arbeitet effizient im Voll- wie im Teillastbetrieb.
„Gemeinsam mit Holcim und Eon zeigen wir, wie ORC-Technologie die industrielle Energiewende vorantreiben kann – skalierbar, effizient und wirtschaftlich“,
erklärt Andreas Sichert, CEO von Orcan Energy.
Eon übernimmt im Rahmen eines Energy-as-a-Service-Modells Planung, Bau, Finanzierung sowie Betrieb und Wartung der Anlage. Holcim profitiert so von CO2-Einsparungen über die gesamte Laufzeit – ohne eigene Anfangsinvestitionen. Dieter Schillo, Werksleiter Holcim Süddeutschland, meint dazu:
„Mit diesem Projekt setzen wir einen wichtigen Meilenstein auf unserem Weg zur Dekarbonisierung der Zementproduktion. Die smarte Nutzung industrieller Abwärme reduziert nicht nur unsere Scope-2-Emissionen, sondern stärkt auch unsere Rolle als Vorreiter für nachhaltige Baustoffe.“
Orcan Energy plant weitere Projekte
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) fördert das Projekt. Weitere Roll-outs befinden sich bereits in Planung. Auch Eon-CEO Marten Bunnemann sieht darin großes Potenzial:
„Für die Energieinfrastruktur ist es unser Ziel, den Energieverbrauch dort zu senken, wo das größte Potenzial liegt. Das ist vor allem in sehr energieintensiven Industrien der Fall. Vorhaben wie dieses zeigen, wie industrielle Abwärme nicht nur effizient genutzt, sondern auch in den regionalen Wärmemarkt integriert werden kann.“
Orcan Energy beschäftigt derzeit über 80 Mitarbeitende und entwickelt in München modulare ORC-Systeme für diverse Industrien. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben weltweit bereits mehr als 650 Module mit über sieben Millionen Betriebsstunden im Einsatz.