Die beiden Govradar-Gründer Daniel Faber und Sascha Soyk.
Foto: Govradar GmbH

NRW setzt mit Govradar Digital-Standard für Vergaben

Nordrhein-Westfalen führt als erstes Bundesland eine einheitliche, KI-gestützte Plattform für die Ausschreibungsvorbereitung in Ministerien und Kommunen ein. Und setzt dabei auf die Lösung des Münchner Startups Govradar.

Ab Juli 2025 digitalisiert das Land Nordrhein-Westfalen mit Govradar seine Vergabepraxis: Eine einheitliche Plattform zur Vorbereitung öffentlicher Ausschreibungen steht künftig allen Ministerien, Städten und Gemeinden zur Verfügung. Insgesamt profitieren 429 Kommunen sowie sämtliche Landesdienststellen von dem neuen Standard.

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung (MHKBD) hat die Lösung zentral geprüft und gibt sie nun landesweit frei. Damit geht Nordrhein-Westfalen über Pilotprojekte hinaus und setzt auf eine strategisch verankerte, digitale Infrastruktur für die öffentliche Beschaffung.

Startup-Kooperation schafft skalierbaren SaaS-Standard

Grundlage für die landesweite Einführung war eine umfassende Markterkundung des MHKBD. Dabei wurde geprüft, welche Lösungen die vielfältigen Anforderungen der Verwaltung erfüllen. Ergebnis: Die Plattform Govradar erfüllt als einzige praxistaugliche Lösung die Kriterien für eine standardisierte, KI-gestützte Ausschreibungsvorbereitung auf allen Verwaltungsebenen.

Die Entscheidung für einen einheitlichen digitalen Ansatz entlastet besonders kleinere Kommunalverwaltungen, die bislang auf individuelle oder analoge Verfahren angewiesen waren. Der neue Standard soll effizientere Arbeitsabläufe und eine bessere Qualität der Vergabeunterlagen ermöglichen. Behörden berichten von bis zu 90 Prozent Zeitersparnis bei der Erstellung von Ausschreibungsentwürfen.

Relevanz für Govtech-Startups und öffentliche Verwaltung

Mit der Entscheidung für Govradar aus München entsteht in Nordrhein-Westfalen ein Software-as-a-Service-(SaaS)-Standard, der bundesweit Schule machen könnte. Für die Startup-Community bietet das Beispiel ein Modell für erfolgreiche Kooperationen zwischen Verwaltung und Tech-Anbietern im öffentlichen Sektor. Sascha Soyk, Gründer und CEO von Govradar, betont:

„Das ist ein Beispiel für strategische Verantwortung von Staat und Verwaltung. Ein Ministerium prüft zentral existierende Standardlösungen, und ermöglicht allen anderen Ministerien und Kommunen den Zugang. Es schafft damit einen SaaS-Standard, der Verwaltung handlungsfähiger und effizienter macht. So kann Zusammenarbeit zwischen Staat und Govtech-Startups funktionieren – als skalierbare, pragmatische Lösung statt teurer Insellösungen.“

Govradar ermöglicht nicht nur automatisierte Entwürfe für Ausschreibungen, sondern unterstützt auch bei der produktneutralen Markterkundung und Wissensaggregation. Die Software soll so Fachkräfte entlasten und Rechercheaufwand reduzieren – ein entscheidender Faktor angesichts des Fachkräftemangels im öffentlichen Dienst.

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