Pia Lexa ist Media Labbie der ersten Stunde und als Team Lead für alle Förderprogramme im Media Lab Bayern verantwortlich.
Foto: Media Lab Bayern

Media Lab Bayern: Wo Medienideen wachsen

Wer Medien neu denkt, kommt am Media Lab Bayern kaum vorbei. Seit zehn Jahren fördert das Team mutige GründerInnen, kluge Köpfe und neue Technologien – und sorgt dafür, dass aus Ideen Produkte werden. Das zahlt sich aus.

Zuerst veröffentlicht am: 24. Juli 2025

Munich Startup: Wer seid Ihr und was macht das Media Lab Bayern in München?

Pia Lexa, Team Lead: Das Media Lab Bayern fördert und unterstützt Medienschaffende seit 2015 dabei, innovative Ideen zu finden und umzusetzen. Dazu entwickeln rund 25 Team Mitglieder an den beiden Standorten München und Ansbach gezielt regelmäßig stattfindende Förderprogramme für die Branche und stellen neben einem breit gefächerten Netzwerk auch ihre Expertise sowie Räume zur Innovationsfindung zur Verfügung.

Munich Startup: Was sind für Euch die stärksten Meilensteine aus zehn Jahren Media Lab? Was macht Euch rückblickend wirklich stolz – und warum?

Pia Lexa: Da wir ja gerade 10-jähriges Jubiläum feiern, haben wir ein paar Zahlen zusammengekehrt, die uns tatsächlich sehr stolz machen: seit 2015 haben unsere Startups über 30.000 zahlende KundInnen gewonnen und dabei über 60 Millionen Euro Venture Capital eingesammelt. Darüber hinaus konnten wir über die öffentliche Förderung hinaus am freien Markt nochmal über 2,5 Millionen Euro einsammeln – von Partnern wie etwa der Universität der Bundeswehr oder der Robert Bosch Stiftung. Eine Zahl macht uns besonders zufrieden: 84 Prozent unserer Startups sind drei Jahre nach Abschluss der Förderung noch immer aktiv. Das sind 27 Prozent mehr als der Marktdurchschnitt, den US-amerikanische Startups erzielen.

Warum das Förderdesign des Media Lab funktioniert

Munich Startup: Ihr habt über 100 Startups gefördert – was macht euer Förderdesign so wirkungsvoll?

Pia Lexa: Wir bieten einen Mix aus finanzieller Förderung, Schonraum zum Lernen, sinnvolle Methoden und enge Faszilitierung. Im Gegensatz zu anderen Investoren nehmen wir keine Anteile und setzen öffentliche Gelder sehr gezielt für unsere Branche ein. Hier sind wir ungemein gut vernetzt und können die Talente unserer Programme sehr konsequent mit den passenden AnsprechpartnerInnen in der Industrie verbinden. Diese Community und der Austausch untereinander sind immens wichtig – gerade weil die Medienbranche so dynamisch ist. Am Ende ist das Feedback häufig, dass vor allem das Coaching und die starke Hand unserer Programm-ManagerInnen hilfreich sind. Natürlich ist auch Geld wichtig – bedeutender ist allerdings der Raum für Lernerfahrungen und die Begleitung durch ExpertInnen. Dabei kommt allen zugute, dass unsere Programme nutzerzentrierte Lernerfahrungen sind, die laufend iteriert und weiterentwickelt werden. Diese Mischung ist der Grund, warum unsere GründerInnen länger durchhalten und dranbleiben können.

Munich Startup: Über 60 Millionen Euro Investments gab es für Eure Startups und 250+ Jobs wurden über Euch geschaffen – was steckt hinter dieser Bilanz?

Pia Lexa: Ich würde sagen: der seit zehn Jahren andauernde unermüdliche Einsatz der Media Labbies und die zugleich gute Mentalität unserer Fellows. Die Medienbranche ist ein People-Business – deswegen tragen aber natürlich auch unsere Coaches und viele KooperationspartnerInnen zum Erfolg bei, das ist keine Einzelleistung. Und nicht zuletzt natürlich die Tatsache, dass die öffentliche Hand diesen Einsatz für relevant hält und uns fördert.

Impulse für das Medien-Ökosystem

Munich Startup: Wie nutzt Ihr Eure Position, um neue Impulse im Medienbereich zu setzen?

Pia Lexa: Auch das ist eine extreme Team-Leistung. Alle Labbies sowie darüber hinaus auch alle KollegInnen aus unseren Schwester-Initiativen in der Medien.Bayern GmbH sind Medien-Aficionados, die ihr eigenes Know-how und ihre Netzwerke konsequent nutzen, um Wissen zu teilen, Innovation zu fördern und damit die Zukunft der Branche zu gestalten: im täglichen Austausch mit unserer Community, via Social Media oder auf unseren eigenen oder fremden Branchen-Events.

Munich Startup: Wie profitiert das Münchner Startup-Ökosystem durch Eure Arbeit hier?

Pia Lexa: Zum einen durch unsere Netzwerk-Aktivitäten, in deren Rahmen wir GründerInnen zusammenbringen und stärken – etwa durch unsere zahlreichen Veranstaltungen wie Barcamps, Meet-ups oder (Side-)Events – zum Beispiel im Rahmen der Bits & Pretzels. Wichtig ist hier der Netzwerk-Gedanke sowie darüber hinaus auch die Vermittlung von GründerInnen-Know-how. Außerdem bieten wir Office Fläche in unserem Open Space – natürlich ausschließlich an Talente aus dem Medienbereich.

Munich Startup: Was sind bislang die spannendsten Startups, die mit Euch und Euren Programmen entstanden sind?

Pia Lexa: Schwer, hier eine Auswahl zu treffen, da wir in zehn Jahren schon wirklich ziemlich viele gute Founder und Teams gefördert haben. Ich würde mich daher auf eine Auswahl aus dem gerade auslaufenden Batch entscheiden und Articly und So Done nennen. Vor allem, weil sich beide wirklich drängenden Herausforderungen stellen: der Monetarisierung von journalistischen Inhalten und dem Erreichen junger Zielgruppen sowie dem Umgang mit Hate Speech.

Veranstaltungen als Motor der Innovation

Munich Startup: Ihr veranstaltet unzählige Events wie BIPoC Meetups, Barcamps, ein Festival – welche Rolle spielen diese Formate für Eure Arbeit?

Pia Lexa: Innovation geht nicht alleine – sie braucht die Vielfalt der Perspektiven und den Austausch. Und das geht auf Events denkbar einfach, wenn die richtigen Leute zusammenkommen und voneinander lernen. Deswegen ist die ständige Weiterentwicklung unserer Veranstaltungen auch eine wirkliche Herzensangelegenheit, in die wir sehr viel Liebe und Energie stecken – die Rolle von Events ist absolut zentral.

Das Media Lab im Wandel der Zeit

Munich Startup: 10 Jahre Media Lab Bayern: Worauf seid Ihr am meisten stolz?

Pia Lexa: Wir sind seit zehn Jahren erfolgreich im Innovationsgeschäft und können uns darin nicht nur behaupten, sondern unsere Erfolge stetig ausbauen. Uns ist schon von Berufs wegen nie langweilig und das macht uns in jedem Fall stolz.

Munich Startup: Und wo steht das Media Lab Bayern in zehn Jahren? Welche Entwicklungen, Partnerschaften oder Skalierung treibt Ihr langfristig voran?

Pia Lexa: Glaskugel-Blick – unsere Lieblingsdisziplin! Dann mal los… Wir sind davon überzeugt, dass gewinnt, wer kooperiert. Deswegen werden wir perspektivisch noch deutlich mehr Partnerschaften eingehen und unser Netzwerk dabei kontinuierlich auf ganz Deutschland ausbauen. Gemeinsame Förderprojekte, die wir aktuell etwa mit dem SWR X Lab und Mastodon haben, um an neuen Lösungsansätzen für das Fediverse zu arbeiten, dienen hier als Blaupause.

Munich Startup: Was ist Euer größter Wunsch für die Medienbranche – und was kann das Media Lab dazu beitragen?

Pia Lexa: Zunächst, dass die Branche genauso wild zukunftsentschlossen bleibt, wie sie es von Beginn an immer war. Und den Fortschritt dabei freudig umarmt, ohne eine gesunde Skepsis zu verlieren. Und dass sie sich weiter munter neu erfindet, um die Zukünfte von morgen zu gestalten.


Wer sich inspiriert fühlt und gerade selbst an einer Gründungsidee arbeitet, oder sich in der Ideenphase für ein Startup aus dem Bereich Medien befindet: Das Media Lab Bayern unterstützt und fördert dabei, innovative, digitale Medienprodukte zu entwickeln! Die Bewerbungsphase für das nächste Startup-Batch ist gerade gestartet. Hier kannst Du Dich anmelden.

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