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Dabei: Nachhaltige Travelpods statt Einmalplastik

Dabei entwickelt wiederverwendbare Reisebehälter für Kosmetikprodukte – hygienisch, langlebig und clever stapelbar. Gründerin und Geschäftsführerin Teresa Born erzählt, wie aus Frust über schlechte Drogeriefläschchen ein innovatives Produkt entstand und warum München der perfekte Standort für ihr Startup ist.

Munich Startup: Was macht Dabei? Welches Problem löst Ihr?

Teresa Born, Dabei: Wir entwickeln ein hochwertiges Reisecontainersystem für Kosmetikprodukte, um den Einsatz von Einmalplastik zu vermeiden. Die typischen kleinen Umfüll-Fläschchen aus Drogerien oder Online-Shops sind meist von geringer Qualität, schwer zu reinigen und landen nach wenigen Nutzungen im Müll – oder werden trotz mangelnder Hygiene weiterverwendet.

Unsere Travelpods bieten hier eine langlebige und durchdachte Alternative: Sie sind robust, auslaufsicher, spülmaschinenfest, REACH-geprüft, BPA-frei und in vier verschiedenen Größen erhältlich – alle handgepäckgeeignet. Zusätzlich gibt es einen Pumpaufsatz, und dank des magnetischen Stapelsystems lassen sich die Pods platzsparend organisieren.

Munich Startup: Aber das gibt’s doch schon längst!

Teresa Born: Tatsächlich kennen wir in Europa bislang kein vergleichbares Produkt. In den USA gibt es bereits erste Lösungen, die in eine ähnliche Richtung gehen – doch keine hat unsere Anforderungen vollständig erfüllt. Besonders wichtig war uns die Spülmaschinenfestigkeit, da Hygiene bei Nachfüllprodukten essenziell ist. Auch eine Pumpfunktion stand ganz oben auf unserer Wunschliste. In der Fertigung haben wir außerdem bewusst darauf verzichtet, Magnete in den Kunststoff einzugießen, um die Recyclingfähigkeit zu erhalten – ein Aspekt, der bei vielen Designs übersehen wird.

Aus Frust wird eine Gründungs-Idee

Munich Startup: Was ist Eure Gründungsstory?

Teresa Born: Die Idee entstand ganz pragmatisch: Ich war genervt von den unhygienischen und schwer zu reinigenden Reisebehältern in meiner Kosmetiktasche. Ich hatte schon länger den Wunsch, ein eigenes Produkt zu entwickeln – und dieses Problem war offensichtlich.

Zum Glück ist mein Mann Ingenieur, wir haben einen 3D-Drucker zu Hause, und so konnten wir schnell erste Prototypen bauen und testen. Am Anfang sah natürlich alles noch ganz anders aus – die Liste der Anforderungen ist mit jedem Entwicklungsschritt gewachsen und wurde zunehmend komplexer.

Munich Startup: Was waren bisher Eure größten Herausforderungen?

Teresa Born: Eine große Herausforderung war die Materialauswahl: Wir haben hohe Anforderungen an Chemikalienbeständigkeit, Spülmaschinenfestigkeit, Bruchsicherheit und gleichzeitig an die Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit. Gleichzeitig mussten die Materialien prozesssicher im Spritzgussverfahren verarbeitbar sein.

Auch die Präzision in der Fertigung war anspruchsvoll – viele Teile müssen perfekt ineinandergreifen, mit Toleranzen im Bereich von zehntel- bis hundertstel Millimetern.

Munich Startup: Wie laufen die Geschäfte?

Teresa Born: Wir haben im Frühjahr eine Kickstarter-Kampagne durchgeführt, um den Product-Market-Fit zu testen und die erste Produktionsserie zu finanzieren. Dabei konnten wir über 20.000 Euro einnehmen und knapp 250 UnterstützerInnen gewinnen.

Das war ein wichtiger Validierungsschritt für uns – gerade weil wir nur im deutschsprachigen Raum dafür geworben haben. Der reguläre Verkaufsstart ist noch für diesen Sommer geplant.

München bringt GründerInnen zusammen

Munich Startup: Wie habt Ihr den Startup-Standort München bisher erlebt?

Teresa Born: München bietet eine sehr lebendige und engagierte Gründerszene. Es gibt zahlreiche Events, Netzwerktreffen und Programme für Startups, die den Einstieg enorm erleichtern – vom ersten Austausch mit Gleichgesinnten bis hin zur gezielten Unterstützung bei Themen wie Finanzierung, Prototypenentwicklung oder Vertrieb. Wir haben besonders von der Crowdfunding-Förderung der Stadt München profitiert, eine niedrigschwellige und sehr nützliche Unterstützung für Entwicklungsprojekte wie unserem.

Wertvoll ist auch die Dichte an Know-how: Hier findet man viele tolle GründerInnen sowie ExpertInnen aus den Bereichen Technik, Design, Marketing und Produktion, die gerne ihre Erfahrungen teilen. Wir hoffen, dass auch wir in der Zukunft anderen mit unseren Erfahrungen helfen können.

Munich Startup: Outsourcen oder selber machen?

Teresa Born: So viel wie möglich selbst machen, gerade vor der Validierung. Zudem finde ich, dass dauerhaft benötigtes Kernwissen im Unternehmen vorhanden sein muss. Aber: Für bestimmte erfolgskritische Entwicklungsschritte, bei denen uns Know-how fehlt, setzen wir gezielt auf erfahrene Freelancer. In unserem Fall war das zum Beispiel das Industrial Design, das wir extern vergeben haben.

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