Das Münchner Startup 36zero Vision – ehemals Fotonow – hat eine Finanzierungsrunde in Höhe von 3,6 Millionen Euro abgeschlossen. Das Unternehmen entwickelt KI-gestützte visuelle Qualitätsinspektionslösungen für die industrielle Fertigung und will mit dem neuen Kapital seine Technologie international skalieren.
Angeführt wurde die Runde von einem Investorenkonsortium bestehend aus JOIN Capital, Bayern Kapital und Vanagon Ventures. Ergänzt wurde das Investment durch Unterstützung namhafter Partner wie UnternehmerTUM Funding for Innovators und dem Accelerator Alchemist.
Mit dem frischen Kapital plant das Unternehmen die personelle Verstärkung in den Bereichen Vertrieb, Produktentwicklung und Customer Success. Ziel soll sein, die steigende Nachfrage zu bedienen und die technologische Marktführerschaft weiter auszubauen.
Technologie setzt neue Maßstäbe in der Fertigung
Die Lösung von 36zero Vision basiert auf einer softwaredefinierten, hardwareunabhängigen Plattform für visuelle Inspektion. Im Vergleich zu etablierten Wettbewerbern verspricht die Technologie des Münchner Startups eine höhere Genauigkeit bei reduzierter Komplexität und deutlich weniger Fehlalarmen.
Die KI-basierte Lösung ist bereits in industriellen Anwendungen im Einsatz – unter anderem bei Siemens, Bosch Rexroth und LEONI. CEO Heiko Huber erklärt dazu:
„Wir haben 36zero Vision entwickelt, um ein Problem aus der Praxis zu lösen. Visuelle Inspektion funktioniert zu oft nur in der Theorie, versagt aber in der Produktion. Unser System liefert eine höhere Genauigkeit bei geringerer Komplexität und genießt bereits das Vertrauen von Top-Herstellern. Diese Finanzierung hilft uns, schneller zu skalieren und die Grenzen der KI in der Fertigung zu verschieben.“
Laut einer Marktprognose wächst der weltweite Bildverarbeitungsmarkt von 20,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf 41,7 Milliarden US-Dollar bis 2030. Die jährliche Wachstumsrate liegt bei 13 Prozent.
Wirtschaftliches Potenzial überzeugt Investoren
Die InvestorInnen sehen in der Technologie von 36zero Vision nicht nur ein funktionierendes Produkt, sondern auch eine Antwort auf zentrale Herausforderungen der Industrie 4.0. Tobias Schirmer, Founding Partner bei Join Capital, kommentiert:
„Die Fertigung ist überfällig für KI-getriebene Innovationen, die zuverlässig Ergebnisse über das Labor hinaus liefern. Die bahnbrechende Lösung von 36zero Vision setzt neue Industriestandards, indem sie die Zahl der Fehlalarme drastisch reduziert und Prozesse vereinfacht. Wir haben investiert, weil die Technologie des Unternehmens bereits von erstklassigen Kunden validiert wurde und einzigartig positioniert ist, um schnell in einem Markt zu skalieren, der nach Lösungen verlangt, die tatsächlich funktionieren.“
Auch Monika Steger, Geschäftsführerin bei Bayern Kapital, hebt das wirtschaftliche Potenzial des Startups hervor:
„Um die Entwicklung von Industrie 4.0-Anwendungsszenarien effizient und profitabel voranzutreiben, müssen Rückrufe und Nacharbeiten – und damit Arbeitskosten – reduziert und gleichzeitig die Produktionsqualität und -zuverlässigkeit verbessert werden. Die KI-gestützten visuellen Qualitätsinspektionslösungen von 36zero Vision sind darauf ausgelegt, genau diese Ziele zu erreichen, und bieten somit einen großen Mehrwert für viele Industriezweige. Das Geschäftsmodell von 36zero Vision hat somit erhebliches Skalierungspotenzial für eine Vielzahl von Märkten und überzeugt durch sein hohes wirtschaftliches Potenzial – ein attraktives Investment für Bayern Kapital.“
Mit dem erfolgreichen Abschluss der Finanzierung rückt 36zero Vision einen Schritt näher an sein Ziel, einen neuen Industriestandard für visuelle Inspektionen in der Fertigung zu etablieren.